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LĂŒgen haben keine kurzen Beine

4. November 2014 – 00:01 wal (616x aufgerufen)

„LĂŒgen haben kurze Beine.“ – So ein Sprichwort. Doch entspricht es der Wirklichkeit? Können wir einen LĂŒgner enttarnen, wenn wir ihm gegenĂŒber stehen? Riskiert man einen Blick in die wissenschaftliche Forschung, lautet die Antwort „Nein“. Bis jetzt konnte kein Zusammenhang zwischen bestimmten nonverbalen Signalen oder der Mimik und LĂŒgen gefunden werden. Studien hierzu gibt es zahlreiche.

Soweit, so gut. Nur wie arbeiten nun Rechtspsychologen, wenn sie Zeugenaussagen ĂŒberprĂŒfen mĂŒssen? Hierzu hat sich Professor GĂŒnter Köhnken in einem Interview geĂ€ußert.

Soll eine Zeugenaussage ĂŒberprĂŒft werden, ist es ratsam, sich zunĂ€chst mit den Polizeiakten auseinanderzusetzen, bevor man ein GesprĂ€ch mit dem Zeugen sucht. Bei der Zeugenaussage an sich sollte nun das Augenmerk auf dem Inhalt liegen weniger auf Mimik und Gestik des Zeugen. Professor Köhnken erklĂ€rt in dem Interview, dass echte Zeugenaussagen meist mehr Details besitzen als ausgedachte Geschichten. Auch wird es fĂŒr die meisten Schwindler schwierig, ihre LĂŒge aufrechtzuhalten, wenn sie die Geschichte nicht in der richtigen Reihenfolge erzĂ€hlen dĂŒrfen.

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Mehr zum Thema „Rechtspsychologie“ finden Sie im Literaturbestand der SaarlĂ€ndischen UniversitĂ€ts- und Landesbibliothek.

Buchtipp

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Spruch der Woche

19. Mai 2014 – 00:01 wal (756x aufgerufen)

Eine Filmrolle, die abgewickelt wurde.

„Erinnerungen sind wie viele Konserven, ein bißchen schön gefĂ€rbt und deshalb nicht ganz unschĂ€dlich.“

Maurice Chevalier (1888-1972), französischer Filmschauspieler.

Bildquelle: © Rainer Sturm / pixelio.de

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Wie verlÀsslich sind Augenzeugen?

31. Oktober 2013 – 00:01 wal (678x aufgerufen)

Fernglas

Zeugenaussagen können einen TatverdĂ€chtigen vor Gericht schwer belasten. Doch kann man sich wirklich auf sie verlassen? Allein in den letzten Jahren wurden in den USA mehrere hundert Fehlurteile aufgedeckt, bei denen 3/4 durch fehlerhafte Zeugenaussagen gestĂŒtzt wurden. Es stellt sich die Frage, was die QualitĂ€t der Aussagen beeinflusst. In der Psychologie wurden hierzu einige Erkenntnisse gewonnen. So können z.B. Polizeibeamte oder Richter die Erinnerung eines Zeugen selbst ungewollt beeinflussen oder der Beobachter versucht fehlende Informationen selbst zu rekonstruieren, z.B. wenn er einen Unfall zwar mitbekommen, aber nicht den genauen Tathergang beobachtet hat. Auch der Ort der Aufmerksamkeit spielt eine Rolle. So kann es sein, dass Menschen, die mit einem Messer bedroht werden, sich nur schlecht an das Gesicht des TĂ€ters erinnern können, da sie in der Situation vor allem auf die Waffe geachtet haben.

Ebenfalls sehr fehleranfĂ€llig sind GegenĂŒberstellungen, bei denen ein potentieller TatverdĂ€chtiger unter einer Gruppe von Line-ups gezeigt wird. Ein Experiment des Rechtspsychologen Gary Wells macht dies deutlich: Probanden sahen ein Video und sollten in einer darauffolgenden GegenĂŒberstellung einen „TĂ€ter“ wiedererkennen. Der Gesuchte war jedoch nicht unter den  Line-ups vertreten. Dennoch gaben fast 70 % der Probanden an, den ÜbeltĂ€ter zu erkennen.

 

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Bildquelle: © Lupo / pixelio.de

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