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Die Angst im Blick

13. November 2014 – 00:01 wal (664x aufgerufen)

Schon siebenmonatige Kinder sind scheinbar dazu in der Lage, √§ngstliche Blicke unbewusst zu deuten. Diese unbewusste Deutung scheint auf Grundlage der momentanen Form der Sklera, d. h. dem Teil der Lederhaut, der f√ľr uns als Betrachter als das „Wei√üe im Auge“ wahrgenommen wird, zu beruhen. Hierauf weisen zumindest neueste ver√∂ffentlichte Forschungsergebnisse des Max-Planck-Institutes f√ľr Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig hin:

In einer Studie wurden siebenmonatigen Kindern jeweils Augenpaare präsentiert. Wichtig hierbei: Von den Augenpaaren war jeweils nur die Sklera zu sehen. Die Augenpaare waren so angeordnet, dass sie entweder an dem Probanden vorbeischauten oder ihn direkt anblickten; außerdem variierte die durch die Augen vermittelte Emotion, so zeigten einige Augenpaare einen ängstlichen Ausdruck, während andere beispielsweise eine fröhliche Mimik aufwiesen. Jedes Bild wurde etwa 50 ms präsentiert. Während die Kinder die Stimuli betrachteten, wurde ein EEG aufgezeichnet.

Die Kinder zeigten stärkere elektrische Potentiale in frontalen Hirnregionen, wenn sie ängstliche Augen sahen im Vergleich zur Betrachtung anderer Augenpaare. Besonders stark war die Aktivierung dabei dann, wenn die Kinder von den Augen direkt angeblickt wurden.

Aufgrund ihrer Ergebnisse vermuteten die Forscher, dass Kinder bereits ab dem siebten Lebensmonat, in der Lage sind, unbewusst ängstliche Blicke zu deuten.

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Wenn das Aussehen die Wahrnehmung beeinflusst

29. Oktober 2014 – 00:01 wal (568x aufgerufen)

Der Fall machte Schlagzeilen. Ein Mann, mehrfach vorbestraft, wurde innerhalb kurzer Zeit zum Internetstar. Ungeachtet seiner Taten schw√§rmten viele √ľber sein Aussehen und fassten Vertrauen. Doch wie kann es m√∂glich sein, dass Menschen Vertrauen zu einem Mann fassen nur aufgrund seiner √§u√üeren Erscheinung?

Ein Blick in die aktuelle Forschung bietet weitere Erkenntnisse. So legen aktuelle Studien beispielsweise nahe, dass Menschen, deren Gesichtsz√ľge nur wenig Vertrauen in anderen hervorrufen, bei polizeilichen Gegen√ľberstellungen eher beschuldigt werden. In wieder anderen Studien wurden Versuche mit Computermodellen von Gesichtern durchgef√ľhrt. Die Gesichter waren hierbei ver√§nderbar, sodass sie z. B. einmal grimmig oder ein anderes Mal freundlich aussahen. Generierte Gesichter, die markante Augenbrauenpartien, einen strengen Blick, eher kantige Gesichtsz√ľge und breite Kieferknochen aufwiesen, wurden z. B. eher als kompetent eingestuft. Verst√§rkt wurde dieser Eindruck noch weiter beim gleichzeitigen Vorhandensein einer leicht sonnengebr√§unten Haut und volleren Lippen. Weniger kompetent wirkten hingegen Gesichter mit eher weicheren Gesichtsz√ľgen, einer Knollennase und eng zusammenstehenden Augen.

Problematisch wird das Ph√§nomen, wenn es auf die Arbeitswelt angewendet wird. So steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Bewerber f√ľr F√ľhrungspositionen nur aufgrund ihrer Gesichtsz√ľge als kompetenter als andere wahrgenommen werden, ungeachtet ihrer wirklichen Bef√§higung.

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Tatsächlich unscharf: Wenn das Gehirn Sehschärfe vortäuscht

21. Oktober 2014 – 00:01 wal (719x aufgerufen)

691889_web_R_K_B_by_I-vista_pixelio.deSchauen wir uns in unserer Umgebung um, gehen wir davon aus, nahezu alles scharf zu sehen. Diese Vorstellung entspricht auch dem Sinneseindruck, den wir haben. Dass jedoch in Wirklichkeit lediglich in einem kleinen Teil des Gesichtsfeldes scharf gesehen werden kann, scheint dabei unvorstellbar. Denn wirklich deutlich sehen können wir nur in dem Bereich, der gerade fokussiert wird. Dieser Umgebungsabschnitt wird auf dem sogenannten gelben Fleck abgebildet, dem Teil der Netzhaut, mit dem wir am schärfsten sehen können. Doch wie kommt nun der Eindruck zustande, dass wir nahezu alles scharf sehen können?

Dieser Frage sind Forscher der Universität Bielefeld näher auf den Grund gegangen. In einer Studie sollten Probanden Bilder betrachten, die erst durch Augenbewegungen schrittweise präzise erfasst werden konnten. Während der Betrachtung des Bildes durch die Versuchsperson änderten die Forscher heimlich Details innerhalb der Darstellung.

Mit Hilfe dieses Verfahrens sollten unscharfe Seheindr√ľcke, die au√üerhalb des fokussierten Bereichs lagen, mit den scharfen Seheindr√ľcken, die durch die Fokussierung entstanden sind, verkn√ľpft und so gelernt werden. Im Anschluss an die oben beschriebene Vorgehensweise sollten die Teilnehmer „unscharfe“ Gegenst√§nde au√üerhalb des Fokus n√§her charakterisieren.

Aufgenommen wurden die Augenbewegungen der Probanden mit Hilfe eines Eyetrackers.

Es zeigte sich, dass die angestrebte Verkn√ľpfung bereits relativ fr√ľh entstand und somit auch Bereiche, die nicht scharf gesehen werden konnten, als scharf wahrgenommen wurden. Die Forscher interpretierten die Ergebnisse als Hinweis darauf, dass Menschen im Laufe ihrer Entwicklung lernen, die wahrgenommenen unscharfen Seheindr√ľcke mit den Seheindr√ľcken, die durch Fokussierung entstanden sind, zu verkn√ľpfen. Konkret bedeutet das, dass das Gehirn den wahrgenommenen Sinneseindruck mit bereits gesehenen Eindr√ľcken abgleicht und bei √úbereinstimmung das unscharfe Bild ersetzt. So glauben wir, unsere Umgebung scharf zu sehen, obwohl dies in Wirklichkeit nicht der Fall ist.

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Bildquelle: © l-vista / pixelio.de

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Unbewusste Wahrnehmung

17. September 2014 – 00:01 wal (597x aufgerufen)

693936_web_R_K_B_by_Luedi_pixelio.deDas Gef√ľhl kennt fast jeder. Man l√§uft durch eine menschenleere Stra√üe und f√ľhlt sich pl√∂tzlich beobachtet, obwohl niemand zu sehen ist. Nach ein paar Augenblicken des Suchens entdeckt man eine Gestalt am Fenster. Doch wie kommt es, dass man die Anwesenheit eines anderen bemerkt, ohne ihn bewusst zu sehen? Anh√§nger parapsychologischer Theorien erkl√§ren das Ph√§nomen mit einem „zus√§tzlichen Sinn f√ľr N√§he“. Ein Vorreiter dieser Theorien ist Rupert Sheldrake. In mehreren Experimenten versuchte er, die Existenz dieses „Sinns“ nachzuweisen. Das Problem: Auch wenn die Studien auf einen solchen Sinn hinwiesen, konnten sie weder von Forscherkollegen noch von Sheldrake selbst repliziert werden.

Die aktuelle Forschung deutet das Ph√§nomen eher im Sinne einer unbewussten Wahrnehmung. So k√∂nnte man die Ergebnisse Sheldrakes beispielsweise folgenderma√üen erkl√§ren: In einem Ursprungsexperiment stand eine Person direkt hinter der Versuchsperson. Diese sollte angeben, ob sie von der zweiten Person angestarrt wurde oder nicht. Bei der Replikation des Experiments stand die zweite Person hinter einer Glasscheibe. In diesem Fall ging die Trefferquote der Probanden zur√ľck. M√∂glicherweise k√∂nnten im ersten Experiment unbewusst wahrgenommene Ger√§usche die zweite Person verraten haben.

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Bildquelle: © Luedi / pixelio.de

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Spruch der Woche

25. August 2014 – 00:01 wal (434x aufgerufen)

Eine Pusteblume im Abendrot.

„Sehen ver√§ndert unser Wissen. Wissen ver√§ndert unser Sehen.“

Jean Piaget (1896-1980), schweizer Entwicklungspsychologe.

Bildquelle: © Angelika Wolter / pixelio.de

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Weißt du eigentlich, was du sagst?

2. Mai 2014 – 12:18 wal (738x aufgerufen)

Kopfhörer, der neben einem Laptop liegt.

Wenn wir sprechen, wissen wir auch, was wir sagen. So zumindest die allgemeine Annahme.

Eine neue Studie der schwedischen Lund University stellt diese Auffassung jedoch in Frage: Im Rahmen eines Versuches sollten Probanden eine klassische Stroopaufgabe lösen. Um beim Lösen der Aufgabe auditorisches Feedback zu bekommen, trugen die Teilnehmer Kopfhörer. Was sie jedoch nicht wussten: Mittels eines Programms war es den Forschern möglich, die eigentlich gesagten Wörter in phonologisch sehr ähnlich klingende Begriffe umzuwandeln, sodass sich ganz neue Wortbedeutungen ergaben.

Die Probanden entdeckten hierbei lediglich ein Drittel der Veränderungen im auditorischen Feedback. Auf Nachfrage, was sie denn eigentlich gesagt hätten, gaben die Probanden das Wort an, das sie gehört hatten. Folge: Die Teilnehmer schätzten sich schlechter in der Aufgabe ein, als sie tatsächlich waren.

Die Studie l√§sst vermuten, dass wir auf unsere eigene Sprache h√∂ren m√ľssen, um den Inhalt des Gesagten genauer bestimmen zu k√∂nnen.

 

Bei der Stroopaufgabe werden den Probanden Farbw√∂rter in unterschiedlichen Farben gezeigt. Die Aufgabe der Versuchsteilnehmer besteht nun darin, die Farbe des Wortes zu nennen, ohne es dabei zu lesen. Die W√∂rter k√∂nnen dabei in der selben Farbe geschrieben sein wie das Gedankengut, das sie ausdr√ľcken oder aber Wortinhalt und Farbe unterscheiden sich voneinander.

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Bildquelle: © Pascua Theus / pixelio.de

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Schuldig?!

31. März 2014 Р12:28 wal (777x aufgerufen)

Eine sitzende Person hält den Kopf in den Händen.Es handelt sich hierbei um eine Figur.

Wie treffsicher erkennen Menschen L√ľgen? Und kann man L√ľgen wirklich aufgrund √§u√üerer Anzeichen wie schwitzende H√§nde, abdriftende Augen oder Zittern erkennen? Das Forschungsfeld zu diesem Problem ist gro√ü. So ermittelten neuere Studien Werte, die teilweise unter dem Zufallsniveau lagen, wenn es darum ging, wie sicher Probanden eine L√ľge erkannten oder nicht. Konkret hei√üt das, dass die Testpersonen die L√ľge scheinbar mit einer h√∂heren Wahrscheinlichkeit entdeckt h√§tten, wenn sie einfach nur geraten h√§tten.

Inwieweit nun die Treffsicherheit beeinflusst wird, wenn die Versuchspersonen auf √§u√üere Erscheinungen achten, damit besch√§ftigt sich eine Studie der University of Berkeley. Die Hypothese der Forscher: Wird bei der L√ľgenentdeckung auf √§u√üere Anzeichen des potentiellen L√ľgners geachtet, k√∂nnten diese Informationen sogar eher in die Irre f√ľhren.
Um diese Hypothese zu testen, wurden 12 Probanden in einen Raum mit einem Briefumschlag gef√ľhrt, der 100 US-Dollar enthielt und eine der beiden Anweisungen, das Geld entweder zu stehlen oder an Ort und Stelle zu lassen. Nach erledigen dieser Aufgabe wurde ein Verh√∂r durch den Versuchsleiter durchgef√ľhrt, das widerum auf Video aufgezeichnet wurde. Die Videos wurden nun in einem ersten Versuchsteil 72 weiteren Versuchspersonen gezeigt, die nun entscheiden mussten, inwieweit nun gelogen wurde oder nicht.

In diesem Versuchsabschnitt versagten die Teilnehmer.

In einem zweiten Versuchspart wurden die Probanden nun gebeten, Fotos und Namen der Diebe oder Unschuldigen mit W√∂rtern wie „ehrlich“ oder „verschlagen“ zu verbinden. Hierbei wurden mit den L√ľgnern eher negative Begriffe, mit den Unschuldigen eher positive Begriffe in Verbindung gebracht.

Dieses Ergebnis wird von den Forschern dahingegend interpretiert, dass die unbewussten Prozesse bei der L√ľgendetektion besser funktionieren als die bewussten.

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Bildquelle: © Joachim Berga/ pixelio.de

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Neue Forschung zum Cocktail-Party-Effekt

11. Februar 2014 – 00:01 wal (709x aufgerufen)

Buchstaben einer Schreibmaschine.

Wer kennt das nicht? Man steht auf einer Party und ist tief in das Gespr√§ch seines Gegen√ľbers versunken. Konzentriert versucht man -trotz der Lautst√§rke der Musik-, den Ausf√ľhrungen des Gespr√§chspartners zu lauschen, um dann pl√∂tzlich den eigenen Namen aus einer ganz anderen Ecke des Raumes zu h√∂ren. Doch wie funktioniert dieses Ph√§nomen, das in der Psychologie mit dem Namen „Cocktail-Party-Effekt“ betitelt wird? Dieser Frage ging eine Gruppe von Wissenschaftlern um Edward Chang der University of California in San Francisco nach. Sie fanden im auditorischen Kortex Nervenzellen, die verschiedene Arten von Konsonanten und Vokale unterscheiden. So fanden sie z.B. Neurone, die die unterschiedlichen S-Laute differenzieren oder welche, die speziell die Buchstaben „m“ und „n“ gegeneinander abgrenzten.

Unter „Cocktail-Party-Effekt“ wird in der Psychologie das Ph√§nomen bezeichnet, dass Menschen, die sich in einer lauten Umgebung bewegen oder in ein Gespr√§ch verwickelt sind, trotzdem noch verbale relevante Informationen wie z.B. den eigenen Namen aus einer Vielzahl an Hintergrundger√§uschen herausfiltern k√∂nnen.

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Bildquelle: © Marvin Siefke / pixelio.de

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Veränderte Wahrnehmung bei Phobien

7. Januar 2014 – 00:01 wal (718x aufgerufen)

Eine schwarze Spinne.Nehmen Menschen mit Phobien ihre Umwelt und vor allen Dingen den angstausl√∂senden Reiz anders wahr als Personen, die von diesem Leiden nicht betroffen sind? Dieser Frage ging eine Forschergruppe des Otto-Selz-Institutes der Universit√§t Mannheim in einer j√ľngst ver√∂ffentlichten Studie nach. Die Versuchsteilnehmer konnten zwei Gruppen zugeordnet werden: Eine Gruppe litt an Arachnophobie, die andere Gruppe erf√ľllte keine Kriterien einer Phobie und fungierte somit als Kontrollgruppe. Innerhalb des Versuches wurden beiden Probandengruppen mittels eines Stereoskops auf jedes Auge ein unterschiedliches Bild projiziert. Diese Technik wird auch als binokulare Rivalit√§t bezeichnet. Eines der Bilder zeigte immer eine Spinne oder eine Blume, das andere war eine geometrische Form. Ergebnis: Bei Arachnophobikern wurde die Aufnahme der Spinne sowohl fr√ľher als auch l√§nger wahrgenommen. Sehen die Augen jeweils ein unterschiedliches Bild, so wird eines unterdr√ľckt und das dominantere erfasst. M√∂glicherweise scheint die Aufnahme der Spinne bei Spinnenphobikern sehr viel emotionaler aufgenommen zu werden und dominiert auf diese Weise.

 

Unter Arachnophobie wird die Angst vor Spinnen verstanden.

 

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Bildquelle: © Marvin Siefke / pixelio.de

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Wenn die Zeit an einem vorbeirast…

22. November 2013 – 00:01 wal (613x aufgerufen)

 

Eine Sanduhr.

Jedes Jahr vergeht schneller. So zumindest das Gef√ľhl vieler Menschen, wenn sie √§lter werden. Doch wodran liegt es, dass kleine Kinder glauben, ewig auf ihren Geburtstag warten zu m√ľssen, w√§hrend √§ltere Menschen immer wieder davon berichten, dass die Zeit an ihnen vorbeifliegen w√ľrde? Manche Forscher glauben, dass Menschen die Zeit unbewusst in Relation zu ihrem bisherigen Leben setzen. Konkret bedeutet das, dass ein Jahr f√ľr ein f√ľnfj√§hriges Kind ewig erscheint, da es 1/5 seines bisherigen Lebens ausmacht. Bei Erwachsenen wird der Bruch nach dieser Logik erheblich kleiner. Jedoch wird dieser Ansatz unter Experten umstritten. In diesem Zusammenhang wird auch der Effekt beschrieben, dass in Tagesabschnitten, in denen man sich langweilt, z.B. weil man seit 20 Minuten auf den Bus wartet, die Zeit in der Wahrnehmung langsamer vergeht. Betrachtet man aber den Tag abends nochmal retrospektiv, so hat man das Gef√ľhl, er w√§re sehr schnell vor√ľbergegangen. Laut Marc Wittmann, Psychologe am Institut f√ľr Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg, wird die Zeit als langsamer wahrgenommen, wenn man sich an besonders viele Ereignisse innerhalb des Zeitabschnittes erinnert. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es sich um das erste Mal handelt, z.B. die erste eigene Autofahrt. Im Laufe des Lebens werden jedoch eben diese „ersten Male“ oft zur Routine, sodass nicht mehr explizit jedes Ereignis erinnert wird. Dies kann dann das Gef√ľhl vermitteln, dass man in einem relativ gro√üen Tagesabschnitt wenig erlebt hat.

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Bildquelle: © Margot Kessler / pixelio.de

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