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Vorteil Zweisprachigkeit

25. November 2014 – 00:01 wal (559x aufgerufen)

Zweisprachigkeit hat scheinbar mehr Vorteile, als bisher gedacht. Neben positiven Aspekten in der Kommunikation scheinen auch bestimmte Denkprozesse besser abzulaufen. Diesen Schluss legen zumindest die Ergebnisse einer US-amerikanischen Studie nahe. Die Studie fokussierte sich auf den Prozess, der abl√§uft, wenn wir Sprache h√∂ren. Wird beispielsweise das Wort Baum genannt, l√§uft in unserem Gehirn bei Erklingen des ersten Buchstabens bereits die Suche nach m√∂glichen Worterg√§nzungen ab. So k√∂nnte z. B. „Ba“ auch mit „ll“ erg√§nzt werden, sodass sich das Wort „Ball“ ergibt. Erst wenn das gesprochene Wort vollst√§ndig ausgesprochen wurde, kommt es zu einer Unterdr√ľckung fehlerhafter Antwortalternativen. Bei zweisprachigen Personen erscheint der Vorgang schon komplexer: Hier m√ľssen nicht nur die falschen Antwortalternativen der einen Sprache unterdr√ľckt werden, sondern auch die der anderen Sprache.

Im Rahmen der Studie wurden nun bilingual aufgewachsene als auch einsprachige Probanden in einem Hirnscanner untersucht, w√§hrend sie vor der Aufgabe standen, ein passendes Bild zu einem geh√∂rten Wort zu suchen. W√§hrend der Audiopr√§sentation wurde den Versuchspersonen vier Bilder gezeigt, von denen eines die Bedeutung des Wortes repr√§sentierte. Alle anderen Bilder zeigten entweder etwas anderes oder einen Gegenstand, der in gesprochener Form √Ąhnlichkeiten zur pr√§sentierten Audioaufnahme aufwies.

Ergebnis: Bei den monolingualen Versuchspersonen wurden bei gleichzeitiger Pr√§sentation eines Bildes mit √§hnlicher Aussprache und eines Bildes, das das gesprochene Wort repr√§sentierte, unterschiedliche -f√ľr die Handlungskontrolle relevante- Hirnareale aktiv, w√§hrend das bei den bilingualen Versuchspersonen nicht zutraf. Die Forscher deuteten die Ergebnisse so, dass diese Begriffsunterscheidung bei bilingualen Probanden trainierter ist und damit besser abl√§uft.

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Mehr zum Thema „Bilingualit√§t und Kognition“ finden Sie im Literaturbestand der Saarl√§ndischen Universit√§ts- und Landesbibliothek.

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Buchtipp: Milgram at 50: exploring the enduring relevance of psychology’s most famous studies

19. November 2014 – 00:01 wal (625x aufgerufen)

Kaum ein Experiment der Psychologie ist so popul√§r wie das Milgram-Experiment. Nun wurde zum Anlass des 50. Jahrestages der ersten gr√∂√üeren Publikation von Stanley Milgram in dem Journal „Journal of social issues“ eine komplette Ausgabe Milgrams Experimenten gewidmet. Dabei werden die Arbeiten auch noch einmal kritisch durchleuchtet. So besch√§ftigt sich die Ausgabe unter anderem mit den Fragen nach den moralischen Aspekten in Milgrams Studien oder er√∂ffnet neue und aktuelle Perspektiven auf das Thema.

 

Das Milgram-Experiment gilt als die Paradestudie, wenn es darum geht, inwiefern Menschen zu Gehorsam gegen√ľber Autorit√§ten bereit sind und welche Misshandlungstaten aus diesem Obrigkeitsgehorsam entstehen k√∂nnen.

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Die Journalausgabe ist aus dem Literaturbestand der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek entleihbar.

 

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Neue Studie zu Nahtoderfahrungen

14. Oktober 2014 – 00:01 wal (730x aufgerufen)

527625_web_R_K_B_by_Wilhelmine Wulff_pixelio.de„Ein glei√üendes Licht“. „Das Leben l√§uft noch einmal an einem vorbei“. Berichte √ľber Nahtoderfahrungen gibt es viele – f√ľr die Wissenschaft weist das Thema jedoch noch immer viele R√§tsel auf. Was steckt dahinter? Gibt es eine Systematik in den verschiedenen, berichteten Erlebnissen? US-amerikanische Forscher haben nun das Ph√§nomen genauer unter die Lupe genommen. Hierf√ľr wurden Daten von √ľber 2000 Herzstillstand-Patienten ausgewertet. Von diesen Patienten wurden insgesamt 140 Patienten zu ihren Wahrnehmungen w√§hrend des Herzstillstands befragt. Die Befragung wurde mehrmals durchgef√ľhrt. W√§hrend 2% der interviewten Patienten von Erinnerungen an die Reanimation berichteten, gaben 9 % an, eine Nahtoderfahrung erlebt zu haben. Weitere 46 % berichteten von anderen Thematiken wie beispielsweise Angstgef√ľhlen, Licht oder famili√§ren Begebenheiten, an die sie sich erinnern konnten.

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Mehr zum Thema „Nahtoderfahrungen“ finden Sie im Literaturbestand der Saarl√§ndischen Universit√§ts- und Landesbibliothek.

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Bildquelle: © Wilhelmine Wulff / pixelio.de

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TV-Tipp: W wie Wissen: Das Team – Erfolgsmodell oder Mythos?

7. Oktober 2014 – 00:01 wal (470x aufgerufen)

239226_web_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.deIn der Arbeitswelt ist sie ein st√§ndiger Begleiter: Teamarbeit. Sei es beispielsweise auf einer Station im Krankenhaus, in der Automobilbranche oder aber in einer Sportmannschaft. Viele Arbeitnehmer sind Teil eines gr√∂√üeren Arbeitsteams. Doch funktioniert Teamarbeit wirklich? Gibt es Situationen, in denen sie besonders sinnvoll ist? Wann ist sie effizient? Diesen und anderen Fragen zum Thema Team widmet sich die Sendung „W wie Wissen: Das Team – Erfolgsmodell oder Mythos?“. Dem Thema wird sich mit Hilfe von Beispielen aus dem Alltag, verschiedenen Experimenten und Studienergebnissen sowie Praxistipps gen√§hert.

Die Sendung wird am 18.10.2014 um 16 Uhr auf „Das Erste“ ausgestrahlt.

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Bildquelle: © Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

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Neue Studie zu Amokläufen an Schulen

5. September 2014 – 12:40 wal (783x aufgerufen)

87560_web_R_K_B_by_S. Hofschlaeger_pixelio.deH√∂rt man das Wort Amoklauf, entsteht ziemlich schnell ein sehr spezifisches T√§terbild in den K√∂pfen. Doch wieviel von diesem Bild entspricht der Realit√§t? Eine neue Studie der Freien Universit√§t Berlin ging diesem Ph√§nomen nun genauer auf den Grund: Insgesamt wurden 126 Amokl√§ufe an Schulen in 13 verschiedenen L√§ndern untersucht. Es zeigte sich, dass zwar 54 % der T√§ter von einer Person au√üerhalb der Schule zur√ľckgewiesen wurden, in der Schule jedoch lediglich ein Drittel Konflikte mit Mitsch√ľlern hatte. Auch als Einzelg√§nger beschrieben sich die wenigsten: Einer von vier T√§tern beschrieb sich auf diese Weise.

In anderen Studien zeigten sich Unterschiede zwischen den verschiedenen L√§ndern. W√§hrend in Deutschland vor allen Dingen Schulpersonal zu den Opfern z√§hlte, wurden in den USA √ľberwiegend Mitsch√ľler gesch√§digt.

 

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Mehr zum Thema „Amoklauf und Pr√§vention“ finden Sie im Literaturbestand der Saarl√§ndischen Universit√§ts- und Landesbibliothek.

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Bildquelle: © S. Hofschlaeger / pixelio.de

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Die Gl√ľckseligkeit der Sch√∂nheit

28. Februar 2014 – 10:46 wal (649x aufgerufen)

Drei violette Blumen auf einem Feld.

Sehen wir einen attraktiven Menschen, schreiben wir ihm meist automatisch positive Eigenschaften zu, schauen ihn l√§nger an und f√ľhlen uns wohl. Dieses „Wohl- oder Gl√ľcksgef√ľhl“ wird durch ein k√∂rpereigenes Belohnungssystem im Gehirn ausgel√∂st. Erleben wir etwas Positives, sch√ľttet unser K√∂rper Opioide aus, die sich an die Rezeptoren dieses Belohnungssystems anlagern. Folge: Wir f√ľhlen uns gut.

Forscher der Universit√§t Oslo um Olga Chelnokova st√ľtzen mit neuen Befunden die Rolle eben dieses Belohnungssystems beim Betrachten von attraktiven Gesichtern. Hierzu mussten m√§nnliche Versuchspersonen in einem ersten Versuchsdurchgang 30 Frauengesichter im Bezug auf ihre Attraktivit√§t bewerten. Sie hatten au√üerdem die M√∂glichkeit, sich nach Belieben die Gesichter l√§nger oder k√ľrzer zu betrachten.

In einem zweiten Versuchsdurchgang wurden die Probanden in drei Gruppen eingeteilt: Einer Kontrollgruppe mit Placeboindikation sowie einer Gruppe, die Morphin -ein Opioid- verabreicht bekam und einer dritten Gruppe, die mit einem Opioid-Rezeptorblocker behandelt wurde.

Probanden mit Opioidwirkung schauten in der Folge attraktive Gesichter noch länger an und klickten die als wenig ansprechend wahrgenommenen Gesichter schneller weg. Versuchspersonen mit Opioid-Rezeptorblocker hingegen wurden auch von vorher als schön empfundenen Gesichtern weniger angesprochen.

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Bildquelle: © Angelika Wolter / pixelio.de

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Eine Tasse Kaffee bitte!

24. Januar 2014 – 00:01 wal (905x aufgerufen)

Eine Tasse Kaffee. Um die Kaffeetasse und auf dem Unterteller sind Kaffeebohnen verteilt.

Aufstehen, fertigmachen, ins B√ľro gehen und dort erstmal eine Tasse Kaffee genie√üen. Dies stellt den typischen Tagesablauf vieler Berufst√§tiger dar. Dabei erhoffen sich viele vor allem vom Kaffeegenuss eine gesteigerte Aufmerksamkeit und Wachheit.

Dass das Hei√ügetr√§nk jedoch auch m√∂glicherweise das Langzeitged√§chtnis f√∂rdern k√∂nnte, zeigt eine neue Studie der Johns Hopkins University in Baltimore: In dem zweiteiligen Versuch wurden Probanden Bilder gezeigt. Aufgabe: Entscheiden, ob die gezeigten Gegenst√§nde ins Haus oder ins Freie geh√∂rten. Im Anschluss an die Aufgabe verabreichten die Forscher einem Teil der Vesuchsteilnehmer ein Placebo, die Gruppe fungierte als Kontrollgruppe. Dem verbleibenden Rest, der Experimentalgruppe, wurde eine 200 mg Koffeintablette gegeben. Nach einem Tag fanden sich die Probanden zum zweiten Teil des Experimentes ein. Zuerst sollten die Bilder in alte und neue Abbildungen eingeteilt werden. Hierbei fand sich kein Unterschied zwischen den Gruppen. Sollten die Teilnehmer jedoch Darstellungen identifizieren, die den gezeigten Bildern √§hnelten, schnitt die Koffeingruppe sehr viel besser ab. Zum L√∂sen dieser Aufgabe mussten sich Einzelheiten der fr√ľheren Abbildungen gemerkt werden. Schluss der Forscher: Die Probanden der Koffeinabteilung hatten sehr wahrscheinlich eine detailliertere Erinnerung angelegt.

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Bildquelle: © Andreas Liebhart / pixelio.de

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Von der Moral und der Tageszeit

7. November 2013 – 08:13 wal (592x aufgerufen)

 

Ein Eurost√ľck.

Sind Menschen immer gleich moralisch? Eine neue Studie der Harvard University in Kooperation mit der University of Utah scheint diese Frage zu verneinen. Die Hypothese: Menschen verhalten sich morgens eher moralisch als am Nachmittag.

Im ersten Versuch bekamen die Probanden einen Computerbildschirm gezeigt, auf dem jeweils eine unterschiedliche Anzahl an Punkten zu sehen war. Die Versuchspersonen sollten nun die jeweilige Seite bestimmen, auf der sie mehr Punkte erkennen konnten. Die Teilnehmer konnten sich bei angeblich richtiger Beantwortung Geldpr√§mien verdienen. Jedoch wurde schnell klar, dass bei der Benennung der falschen Seite h√∂here Geldbetr√§ge zu erhalten waren. W√ľrden die Probanden also l√ľgen, um h√∂here Gewinne zu erzielen? Die Ergebnisse konnten die Hypothese weiter st√ľtzen: Nahmen die Versuchspersonen morgens teil, neigten sie eher dazu, die richtige Seite zu benennen. Fand das Experiment jedoch am Nachmittag statt, wurde eher die falsche Seite angegeben. Auch weitere Versuche zeigten √§hnliche Ergebnisse.

 

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Bildquelle: © Lupo/ pixelio.de

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Studie zu neuen Therapieansätzen bei Magersucht

29. Oktober 2013 – 00:01 wal (661x aufgerufen)

Ein Apfel, um den ein Maßband gewickelt ist. Der Apfel liegt wiederum auf einer Waage.

Vor kurzem wurde in Deutschland eine Studie veröffentlicht, die als weltweit größte Studie zum Thema Magersucht gilt. Hierzu kooperierten zehn deutsche Kliniken miteinander. Die Forscher wollten untersuchen, inwieweit zwei neue Therapieverfahren wirksamer sind als die herkömmliche Psychotherapie.

Zu Beginn des Versuches wurden die Patienten in drei Gruppen eingeteilt, die jeweils mit unterschiedlichen Therapieverfahren behandelt wurden: herk√∂mmlicher Psychotherapie, kognitiver Verhaltenstherapie und fokaler psychodynamischer Psychotherapie. Die Studie dauerte √ľber einen Zeitraum von 22 Monaten, wobei 10 Monate von der therapeutischen Behandlung eingenommen wurden und 12 Monate von der Nachbehandlung. Zu Ende der Untersuchung wogen die Probanden im Schnitt 3,8 kg mehr, wobei die Patienten, die verhaltenstherapeutisch behandelt wurden, schneller zunahmen. In der fokal psychodynamischen Gruppe konnten auch nach der Nachbehandlung die g√ľnstigsten Gesamtheilungsraten nachgewiesen werden. Die Abbruchrate lag bei einem Drittel.

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B√ľcher zum Thema Magersucht sind in der Saarl√§ndischen Universit√§ts- und Landesbibliothek entleihbar.

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Bildquelle: © dreimirk30 / pixelio.de

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Sozialpsychologie: Sind Priming-Ergebnisse nur einmalige Effekte?

15. Juni 2013 – 09:28 kri (960x aufgerufen)

Strichliste an der Tafel

In der Sozialpsychologie herrscht zur Zeit eine heftige Debatte √ľber die Generalisierbarkeit von Ergebnissen in der Priming-Forschung. Den Stein ins Rollens brachte eine Publikation √ľber die versuchte Replikation eines Klassikers der Priming-Experimenten: Der Wissenschaftler John Bargh lie√ü seine Probanden S√§tze aus W√∂rtern bilden, die entweder im Zusammenhang mit dem Altern standen oder neutral waren. Probanden mit den W√∂rtern zum Thema „Alter“ liefen sp√§ter einen Gang langsamer hinunter als die Kontrollgruppe. Die Freie Universit√§t Br√ľssel konnte dieses aber so nicht replizieren.

Seitdem ist ein harter Streit zwischen den Sozialpsychologen √ľber die Frage entfacht: Was Ergebnisse bedeuten, wenn sie nicht replizierbar sind?

 

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Bildquelle: © S. Hofschlaeger  / pixelio.de

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