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Milgram-Experiment: Neue Diskussionen

10. Oktober 2014 – 11:13 wal (600x aufgerufen)

268131_web_R_K_B_by_Albrecht E. Arnold_pixelio.deDas Milgram-Experiment zählt zu den klassischen Experimenten der Psychologie. In einem Versuch, der sich angeblich mit Lernverhalten befasst, sollten Probanden andere vermeintliche Studienteilnehmer bei Fehlern mit Hilfe von Stromstößen bestrafen. Bei den bestraften Studienteilnehmern handelte es sich um Konföderierte des Versuchsleiters, die bei einem verabreichten „Stromschlag“ die Reaktion auf diesen schauspielerten. Für die Probanden sah es jedoch so aus, als ob die Teilnehmer wirklich Stromstöße erhielten.

In dem Versuch verabreichten die Probanden immer stärkere Stromschläge an die Konföderierten. Dies war auch dann der Fall, wenn die Bestraften um Gnade bettelten. Der Versuchsleiter bekräftigte die Versuchspersonen noch weiter in ihrem Handeln und schärfte ihnen ein, im Dienste der Wissenschaft zu handeln.

Das Experiment gilt als Beispiel dafür, wie sehr Menschen dazu geneigt sind, einer Autorität zu gehorchen und auch in deren Namen schlimme Taten zu vollbringen. Diese Deutung wurde in jüngster Zeit jedoch von Forschern der schottischen Universität St. Andrews in Kooperation mit der australischen Universität Queensland in Frage gestellt. Hierzu wurden 659 schriftliche Rückmeldungen der  Probanden zu dem damaligen Experiment ausgewertet. Danach seien die Versuchsteilnehmer der Überzeugung gewesen, einem höheren Ziel zu dienen, d. h. im Dienste der Wissenschaft zu handeln. In diesem Fall würden die Teilnehmer sich so verhalten, weil sie glauben, das Richtige zu tun und nicht aufgrund unreflektierten Gehorsams.

Inwieweit sich die beiden unterschiedlichen Interpretationen des Experimentes jedoch ausschließen oder nicht, bleibt fraglich.

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Mehr zum Thema „Milgram-Experiment“ finden Sie im Literaturbestand der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek.

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Bildquelle: © Albrecht E. Arnold / pixelio.de

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Stromstoß gefällig?

10. Juli 2014 – 09:47 wal (522x aufgerufen)

382740_web_R_K_by_Ibefisch_pixelio.deWer kennt das nicht? Der Bus hat Verspätung und nach und nach zücken alle Menschen an der Bushaltestelle ihre Smartphones. Die wenigsten scheinen dabei ihren eigenen Gedanken nachzuhängen. Aber warum ist das so? Empfinden es Menschen als unangenehm, sich nicht ablenken zu können und mit ihren Gedanken allein zu sein? Betrachtet man die Studie von Timothy Wilson und Kollegen von der University of Virginia, so scheint die Antwort „ja“ zu lauten. In dem Versuch wurden Probanden dazu aufgefordert, zwischen sechs und 15 Minuten in einem Raum zu sitzen und sich mental mit einem selbst gewählten Thema zu beschäftigen. Ablenkungen, schlafen oder aufstehen waren nicht erlaubt.

Die Zeit wurde von den Versuchspersonen scheinbar als sehr belastend empfunden. Dies war auch dann der Fall, wenn der Versuch bei den Teilnehmern zu Hause stattfand.

In einem zweiten Versuch wurde den Teilnehmern nun die Möglichkeit gegeben, sich selbst Elektroschocks zu induzieren. Gaben die Probanden vor dem Versuch noch an, sich definitiv keinen Stromstoß zu verpassen, sah es während des Versuchs bereits anders aus: Zwei Drittel der Männer und ein Viertel der Frauen verabreichten sich selbst Stromschocks während der Wartezeit.

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Ungewöhnliche Lernhilfe: Kleine Stromstöße

23. Mai 2013 – 11:33 kri (677x aufgerufen)

Bücherstapel

Eine „Wunderpille“, mit dem das mühsehlige Lernen angekurbelt werden kann, ist der Traum vieler. Vielleicht sind kleine Stromstöße die Alternative. Getestet wurde dies bei Personen, die mathematische Aufgaben lösen sollten. Mathematik erfordert eine hohe kognitive Fähigkeit. Bereits für das Lösen einfacher Rechnungen sind die Kenntnis verschiedener mathematischer Regeln und das Wissen, wie diese korrekt angewendet werden, Voraussetzung. Die Probanden, bei denen der dorsolaterale präfrontale Cortex stimuliert wurde, schnitten deutlich besser ab. Erstaunlich ist, dass der positive Effekt auch nach einem Zeitraum von sechs Monaten noch nachweisbar war.

 

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Bildquelle: © Lupo  / pixelio.de

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