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Vorteil Zweisprachigkeit

25. November 2014 – 00:01 wal (528x aufgerufen)

Zweisprachigkeit hat scheinbar mehr Vorteile, als bisher gedacht. Neben positiven Aspekten in der Kommunikation scheinen auch bestimmte Denkprozesse besser abzulaufen. Diesen Schluss legen zumindest die Ergebnisse einer US-amerikanischen Studie nahe. Die Studie fokussierte sich auf den Prozess, der abl√§uft, wenn wir Sprache h√∂ren. Wird beispielsweise das Wort Baum genannt, l√§uft in unserem Gehirn bei Erklingen des ersten Buchstabens bereits die Suche nach m√∂glichen Worterg√§nzungen ab. So k√∂nnte z. B. „Ba“ auch mit „ll“ erg√§nzt werden, sodass sich das Wort „Ball“ ergibt. Erst wenn das gesprochene Wort vollst√§ndig ausgesprochen wurde, kommt es zu einer Unterdr√ľckung fehlerhafter Antwortalternativen. Bei zweisprachigen Personen erscheint der Vorgang schon komplexer: Hier m√ľssen nicht nur die falschen Antwortalternativen der einen Sprache unterdr√ľckt werden, sondern auch die der anderen Sprache.

Im Rahmen der Studie wurden nun bilingual aufgewachsene als auch einsprachige Probanden in einem Hirnscanner untersucht, w√§hrend sie vor der Aufgabe standen, ein passendes Bild zu einem geh√∂rten Wort zu suchen. W√§hrend der Audiopr√§sentation wurde den Versuchspersonen vier Bilder gezeigt, von denen eines die Bedeutung des Wortes repr√§sentierte. Alle anderen Bilder zeigten entweder etwas anderes oder einen Gegenstand, der in gesprochener Form √Ąhnlichkeiten zur pr√§sentierten Audioaufnahme aufwies.

Ergebnis: Bei den monolingualen Versuchspersonen wurden bei gleichzeitiger Pr√§sentation eines Bildes mit √§hnlicher Aussprache und eines Bildes, das das gesprochene Wort repr√§sentierte, unterschiedliche -f√ľr die Handlungskontrolle relevante- Hirnareale aktiv, w√§hrend das bei den bilingualen Versuchspersonen nicht zutraf. Die Forscher deuteten die Ergebnisse so, dass diese Begriffsunterscheidung bei bilingualen Probanden trainierter ist und damit besser abl√§uft.

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Mehr zum Thema „Bilingualit√§t und Kognition“ finden Sie im Literaturbestand der Saarl√§ndischen Universit√§ts- und Landesbibliothek.

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Weißt du eigentlich, was du sagst?

2. Mai 2014 – 12:18 wal (738x aufgerufen)

Kopfhörer, der neben einem Laptop liegt.

Wenn wir sprechen, wissen wir auch, was wir sagen. So zumindest die allgemeine Annahme.

Eine neue Studie der schwedischen Lund University stellt diese Auffassung jedoch in Frage: Im Rahmen eines Versuches sollten Probanden eine klassische Stroopaufgabe lösen. Um beim Lösen der Aufgabe auditorisches Feedback zu bekommen, trugen die Teilnehmer Kopfhörer. Was sie jedoch nicht wussten: Mittels eines Programms war es den Forschern möglich, die eigentlich gesagten Wörter in phonologisch sehr ähnlich klingende Begriffe umzuwandeln, sodass sich ganz neue Wortbedeutungen ergaben.

Die Probanden entdeckten hierbei lediglich ein Drittel der Veränderungen im auditorischen Feedback. Auf Nachfrage, was sie denn eigentlich gesagt hätten, gaben die Probanden das Wort an, das sie gehört hatten. Folge: Die Teilnehmer schätzten sich schlechter in der Aufgabe ein, als sie tatsächlich waren.

Die Studie l√§sst vermuten, dass wir auf unsere eigene Sprache h√∂ren m√ľssen, um den Inhalt des Gesagten genauer bestimmen zu k√∂nnen.

 

Bei der Stroopaufgabe werden den Probanden Farbw√∂rter in unterschiedlichen Farben gezeigt. Die Aufgabe der Versuchsteilnehmer besteht nun darin, die Farbe des Wortes zu nennen, ohne es dabei zu lesen. Die W√∂rter k√∂nnen dabei in der selben Farbe geschrieben sein wie das Gedankengut, das sie ausdr√ľcken oder aber Wortinhalt und Farbe unterscheiden sich voneinander.

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Bildquelle: © Pascua Theus / pixelio.de

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Neue Forschung zum Cocktail-Party-Effekt

11. Februar 2014 – 00:01 wal (709x aufgerufen)

Buchstaben einer Schreibmaschine.

Wer kennt das nicht? Man steht auf einer Party und ist tief in das Gespr√§ch seines Gegen√ľbers versunken. Konzentriert versucht man -trotz der Lautst√§rke der Musik-, den Ausf√ľhrungen des Gespr√§chspartners zu lauschen, um dann pl√∂tzlich den eigenen Namen aus einer ganz anderen Ecke des Raumes zu h√∂ren. Doch wie funktioniert dieses Ph√§nomen, das in der Psychologie mit dem Namen „Cocktail-Party-Effekt“ betitelt wird? Dieser Frage ging eine Gruppe von Wissenschaftlern um Edward Chang der University of California in San Francisco nach. Sie fanden im auditorischen Kortex Nervenzellen, die verschiedene Arten von Konsonanten und Vokale unterscheiden. So fanden sie z.B. Neurone, die die unterschiedlichen S-Laute differenzieren oder welche, die speziell die Buchstaben „m“ und „n“ gegeneinander abgrenzten.

Unter „Cocktail-Party-Effekt“ wird in der Psychologie das Ph√§nomen bezeichnet, dass Menschen, die sich in einer lauten Umgebung bewegen oder in ein Gespr√§ch verwickelt sind, trotzdem noch verbale relevante Informationen wie z.B. den eigenen Namen aus einer Vielzahl an Hintergrundger√§uschen herausfiltern k√∂nnen.

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Bildquelle: © Marvin Siefke / pixelio.de

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Erinnerungsl√ľcken in der Kindheit

28. Januar 2014 – 09:52 wal (946x aufgerufen)

Seite eines Kalenders. Die drei Weihnachtsfeiertage sind abgebildet.Normalerweise k√∂nnen sich Erwachsene und Kinder nicht mehr an Ereignisse ihrer fr√ľhen Kindheit erinnern. Dieses Ph√§nomen wird in der Psychologie als kindliche Amnesie bezeichnet. Doch wie kommt es zu diesen Erinnerungsl√ľcken und wann treten sie das erste Mal auf? Eine neue Versuchsreihe der Emory University in Atlanta besch√§ftigte sich mit genau dieser Fragestellung. Hierzu wurden Kinder im Alter von drei Jahren nach bedeutenden Ereignissen in ihrer Kindheit befragt. Bis ins Alter von neun Jahren wurden Teile der urspr√ľnglichen Probandengruppe in Jahresabschnitten neu zu den Geschehnissen interviewt. W√§hrend viele der Kinder mit sechs bis sieben Jahren noch in der Lage waren, √ľber die Ereignisse Auskunft zu geben, konnten sich mit acht Jahren nur noch wenige richtig erinnern. Am besten konnten die Kinder noch √ľber die Erlebnisse berichten, die schon mit drei Jahren relativ detaillierte Aussagen √ľber die Erfahrungen machen konnten. Die¬† Forscher sch√§tzen, dass die kindliche Amnesie etwa mit sieben Jahren einsetzt. Die Ergebnisse st√ľtzen die Vermutung, dass die Beschreibung der Ereignisse mit Hilfe der Sprache zu einer l√§ngerfristigeren Speicherung im Ged√§chtnis f√ľhrt.

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Mehr zum Thema „Erinnerung“ und „Erinnerung und Kindheit“ finden Sie im Literaturbestand der Saarl√§ndischen Universit√§ts- und Landesbibliothek

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Bildquelle: © Joujou / pixelio.de

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Neue Studie zu Aphasie bei Schlaganfällen

21. Januar 2014 – 00:01 wal (685x aufgerufen)

Das Bild zeigt ein Blaulicht.

Erleidet ein Mensch einen Schlaganfall und sind dabei vor allen Dingen Hirnbereiche, die aktiv am Verst√§ndnis und der Produktion von Sprache beteiligt sind, betroffen, so scheint eine Sprachst√∂rung fast unausweichlich. Bei rechtsh√§ndigen Patienten sind diese Hirnareale in den allermeisten f√§llen in der linken Hirnh√§lfte zu finden. Die rechte Hirnh√§lfte spielte bis vor kurzem, laut g√§ngiger Lehrmeinung, keine wesentliche Rolle. Diese Anschauung k√∂nnte jedoch bald der Vergangenheit angeh√∂ren: Ein Forscherteam um Prof. Gesa Hartwigsen der Christian-Albrechts-Universit√§t Kiel konnte nun erstmals nachweisen, dass auch das entsprechende rechte Hirnareal an der Sprachf√∂rderung beteiligt sein kann. Der Versuch bestand aus zwei Teilen. In einer ersten Versuchsreihe wurden rechtsh√§ndige Patienten darum gebeten, sich bestimmte Worte anzuh√∂ren und dann nachzusprechen. Es zeigte sich, dass vor allem Areale in der linken Hemisph√§re aktiv wurden, w√§hrend dies in der rechten Hemisph√§re scheinbar nicht der Fall war. Im zweiten Part der Studie wurden mittels einer Magnetfeldspule die Areale in der linken Hirnh√§lfte gest√∂rt, die f√ľr die Sprachproduktion ben√∂tigt werden. Dieses Verfahren ist nicht invasiv, kann aber kurzfristig die Symptome eines Schlaganfalls in der entsprechenden Gehirnregion simulieren. Nun wurden die Areale in der rechten Hemisph√§re doch aktiv. Dabei zeigte sich: Je st√§rker die Aktivierung dieser Gebiete, desto schneller fanden die Patienten eine L√∂sung f√ľr die ihnen gezeigten Sprachaufgaben.

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Mehr zum Thema „Schlaganfall und Sprachst√∂rung“ finden Sie im Literaturbestand der Saarl√§ndischen Universit√§ts- und Landesbibliothek.

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Bildquelle: © Petra Bork / pixelio.de

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Die Macht der Worte

19. Dezember 2012 – 16:35 kri (817x aufgerufen)

Buchstabenspiel

Welchen Einfluss die Sprache in unserem allt√§glichen Leben hat, machen wir uns selten bewusst. Wir nutzen sie allt√§glich, um unsere Gedanken auszudr√ľcken, um W√ľnsche zu √§u√üern, um uns zu verst√§ndigen etc., doch nur selten bedenken wir die Macht der W√∂rter. Dabei kann oft schon ein einzelnes falsches gew√§hltes Wort harte Konsequenzen mit sich ziehen.

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Bildquelle: © knipseline/ pixelio.de

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Babys depressiver M√ľtter lernen Sprache anders

15. Oktober 2012 – 10:45 kri (1392x aufgerufen)

Mutter mit Baby

In der Sprachentwicklung von Kindern gibt es eine Phase, in der sie auf die Muttersprache besonders reagieren, die sogenannte sensible Phase. In der Regel tritt diese bei Babys im Alter von sechs Monaten auf. K√ľrzlich haben Wissenschaftler von der University of British Columbia in Vancouver aber gezeigt, dass diese sensible Phase durch eine Depression der Mutter w√§hrend der Schwangerschaft ver√§ndert wird. Bei einer unbehandelten Depression der Mutter verschiebt sich die Phase bei den Babys nach hinten. Sie reagierten etwa erst im Alter von zehn Monaten auf sprach√§hnliche Laute. Nahm die Mutter jedoch Antidepressiva, reagierten die S√§uglinge ab sechs Monaten nicht mehr auf die Sprachreize. Vermutlich war die sensible Phase schon abgeschlossen. Diese Studie bietet zum ersten Mal Einblicke wie Depressionen der Mutter sich auf die Sprachentwicklung des Kindes aus√ľbt.

Mehr Informationen finden Sie hier

Wenn Sie einen genaueren Überblick von der Sprachentwicklung bei Kindern erhalten möchten, empfehlen wir folgendes Buch:

„Language development“ von Patricia J. Brooks, Vera Kempe

Bildquelle: © TinaKayser/ pixelio.de

 

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Spruch der Woche

2. Juli 2012 – 00:00 kri (914x aufgerufen)

Gemälde im Atelier
„Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen.“

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Schriftsteller

Bildquelle: © M.E.  / pixelio.de

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„Unl√∂sbare“ Aufgabe wird nach Stromfluss durch Gehirn pl√∂tzlich l√∂sbar

13. April 2012 – 12:39 tom (1119x aufgerufen)

Australische Forscher legen Spannung an die Köpfe von Testpersonen und kommen zu erstaunlichen Ergebnissen.

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Bildquelle: © TiM Caspary / pixelio.de

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Zweisprachige Erziehung verzögert Sprachentwicklung

1. März 2012 Р21:12 tom (1733x aufgerufen)

Kinder, die zweisprachig aufwachsen, haben in jungen Jahren oftmals Defizite bei Wortschatz und Grammatik. Die gute Nachricht: Sie holen diese meist selbst wieder auf.

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Bildquelle: © Benjamin Thorn / pixelio.de

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