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Riskantes Hirndoping

23. Mai 2014 – 16:10 wal (553x aufgerufen)

Aufeinandergestapelte Bücher.

Der Konsum von sogenannten Smart Drugs boomt. Mit dem Begriff werden Medikamente, die zur vermeintlichen Leistungssteigerung missbraucht werden, beschrieben. Gerade an Schulen und Universitäten sind sie sehr beliebt und kommen scheinbar immer häufiger zum Einsatz, um den steigenden Leistungsanforderungen des Bildungssystems gerecht zu werden.

Oft werden jedoch neben den positiven Aspekten, die ihnen zugeschrieben werden wie zum Beispiel einer besseren Merkfähigkeit, potentielle Risiken übersehen. So zum Beispiel bei der Einnahme des Wirkstoffes Methylphenidat, auch bekannt als Ritalin. Er verändert unter anderem die Konzentration der Neurotransmitter Dopamin und Norepinephrin. Diese wiederum haben einen Einfluss auf den präfrontalen Kortex, der wichtig ist für das Finden von Entscheidungen und der Kontrolle von Emotionen und des Verhaltens. Problematisch hierbei: Der präfrontale Kortex ist bis in ein Lebensalter Anfang der 30iger nicht vollständig ausgereift. Somit können diese Medikamente ihn empfindlich in seiner Entwicklung stören. So könnte beispielsweise die Plastizität des präfrontalen Kortex beeinträchtigt werden, was zu längerfristigen Problemen beim Lernen und Unflexibilität führen kann.

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Bildquelle: © Lupo / pixelio.de

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Kindesmisshandlungen und ihre Langzeitfolge für das Gehirn

21. November 2013 – 00:01 wal (766x aufgerufen)

Ein Stofftier liegt verlassen auf dem Straßenasphalt.

Misshandlungen in der Kindheit scheinen Auswirkungen auf neuronale Schaltkreise des Gehirns zu haben. Zur Untersuchung dieses Phänomens wurde in einer Versuchsreihe an der University of Wisconsin 64 jungen Probanden ein Fragebogen vorgelegt, der zur Einschätzung des Vorliegens von Kindheitstraumata diente. Die Ergebnisse legten die Vermutung nahe, dass manche der Versuchsteilnehmer in ihrer Kindheit wirklich das Opfer von Misshandlungen wurden. In einem zweiten anschließenden Schritt wurden spezielle MRT-Aufnahmen der Probanden erstellt, um die Stärke der neuronalen Verbindungen zwischen den verschiedenen Gehirnarealen zu messen. Schwerpunkt der Forscher lag hierbei auf dem Präfrontalen Cortex, der Amygdala und dem Hippocampus. Alle drei Regionen sind an der Verarbeitung von Angst beteiligt. Normalerweise besteht zwischen dem Präfrontalen Cortex und der Amygdala eine starke neuronale Verbindung, die gelegentlich Input von der Hippocampusstruktur erhält. Der Hippocampus fungiert hierbei als eine Art „Entscheidungshelfer“ bei der Frage, inwieweit eine Situation als potentiell gefährlich einzustufen ist. Bei den Probanden, die in frühen Jahren vermutlich Opfer von Misshandlungen wurden, waren diese Verbindungen ( Hippocampus- Präfrontaler Cortex und bei Mädchen zustäzlich die Verbindung zwischen präfrontalem Cortex und Amygdala) jedoch nicht so stark ausgeprägt. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass der Angstkreislauf bei Misshandlungsopfern nicht optimal funktioniert. Dies könnte die generelle Besorgnis der Patienten oder aber auch ihr Neigung zu Depressionen und Angststörungen erklären.

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Bildquelle: © Lisa Spreckelmeyer / pixelio.de

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Soziales Normverhalten durch Hirnstimulation beeinflussbar

13. November 2013 – 00:01 wal (1642x aufgerufen)

Eine geöffnete Walnuss

Soziales Normverhalten ist durch eine Stimulation des rechten präfrontalen Cortex beeinflussbar, unabhängig davon, wie ein Mensch diese Norm bewertet – diesen Schluss legt zumindest eine neu veröffentlichte Studie der Universität Zürich nahe. In dem Versuch wurden Probanden dazu aufgefordert, eine bestimmte Geldsumme mit einem anonymen Partner zu teilen. Grundgedanke: In westlichen Kulturen gilt es als fair, wenn man etwas in gleichen Mengen teilt. In einem 2. Experiment sollten die Versuchsteilnehmer den Betrag wieder aufteilen, diesmal jedoch unter Androhung von Strafe durch den anonymen Partner, wenn dieser das Angebot als nicht fair betrachtet. In beiden Versuchen wurden die Nervenzellen des rechten lateralen präfrontalen Cortex der Probanden mittels einer transkraniellen Gleichstromstimulation „angeregt“. Die Ergebnisse zeigten, dass bei einer Erhöhung der Aktivität der Nervenzellen faires Verhalten vor allem in der Sanktionbedingung gezeigt wurde, nicht jedoch in der freiwilligen Fairnessbedingung. Wurde die Aktivität erniedrigt, zeigte sich das umgekehrte Handeln.

 

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Bildquelle: © schubalu / pixelio.de

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