Logo/Hauptseite des SSG Psychologie
Logo/Hauptseite der Saarlndischen Universitts- und Landesbibliothek

Wie ein Flugzeugabsturz neue Erkenntnisse für die PTBS-Forschung bringen kann

28. August 2014 – 13:31 wal (689x aufgerufen)

685411_web_R_K_B_by_larp verein_pixelio.deMöchte man Studien zur Posttraumatischen Belastungsstörung erheben, so stößt man bald auf das Problem, dass PTBS-Patienten in der Regel nie dasselbe traumatische Ereignis erlebt haben und somit die erhobenen Daten konfundiert sein könnten. Denn letztlich bleibt die Frage, inwieweit das spezielle Ereignis entscheidend für die Ausbildung der Störung ist oder aber andere Faktoren zum Tragen kommen.

Ein Forscherteam um die kanadische Psychologin Margaret McKinnon hat sich nun im Rahmen einer Studie dieser Problematik gewidmet: Sie untersuchten 15 Überlebende eines Flugzeugabsturzes, die zum Teil eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickelt hatten oder nicht. Der Clou: Das traumatische Erlebnis war bei allen Versuchspersonen dasselbe. Die Teilnehmer erhielten nun die Aufgabe, sich an das traumatische Ereignis zu erinnern sowie an die Anschläge des elften Septembers sowie einem weiteren neutralen Ereignis des Jahres 2001. Verglichen wurden die Berichte mit Schilderungen einer Kontrollgruppe, die nicht in den Flugzeugabsturz involviert war, jedoch ein anderes emotional belastendes Ereignis erzählen musste. Untersucht wurde die Akkuratesse der Schilderungen und wie lebhaft diese vorgebracht wurden.  Außerdem wurde zwischen internalen und externalen Details unterschieden.

Ergebnis: Unabhängig von der Ausbildung einer Posttraumatischen Belastungsstörung erinnerten sich die Überlebenden gleich detailreich und lebhaft an den Absturz. Ein Unterschied zwischen den Überlebenden mit PTBS und welchen ohne, zeigte sich nur in einem Punkt: Probanden mit PTBS erinnerten sich an mehr unbedeutende Details als Probanden ohne. Dieser Befund wurde nicht nur für das traumatische Ereignis gefunden sondern auch für die anderen beiden Schilderungen. Die Forscher vermuten, dass die Tendenz, sich viele externale Details zu merken, ein Risikofaktor für die Ausbildung einer PTBS sein könnte.

Mehr zum Artikel

Unter internalen Details werden situationsbezogene Inhalte verstanden, die das Gefühl vermitteln, die Person würde mental das Ereignis noch einmal durchleben. External hingegen sind Details, wenn sich der Situationsbezug nicht unbedingt herstellen lässt oder Wiederholungen auftreten.

Bildquelle: © larp verein / pixelio.de

Teile mit anderen
twitter Logofacebook LogoDigg LogoDel.icio.us LogoFriendFeed-Logomr. Wong iconXing iconGoogle +1 icon
Symbole von http://www.wpzoom.com

Erfahrung der Großeltern kann sich im Verhalten der Enkel widerspiegeln

17. Dezember 2013 – 00:01 wal (751x aufgerufen)

Großvater mit seinem Enkelkind an der Hand.

Können negative Erfahrungen Auswirkungen auf das Erbgut der Nachkommenschaft haben? Betrachtet man die Ergebnisse einer Studie der Emory University School of Medicine in Atlanta, so scheint dies möglich: In einem Versuch wurden Mäuse auf den Geruch von Acetophenon konditioniert. Rochen sie die chemische Substanz, folgte kurz darauf ein Elektroschock, sodass die Nagetiere später auch dann zurückzuckten, wenn lediglich noch der Geruch präsentiert wurde.  Dieses Verhalten zeigten sowohl die direkten Nachkommen der Mäuse als auch ihre Enkel. Obwohl sie noch nie Acetophenon gerochen haben, zuckten sie deutlich öfter zusammen als eine Kontrollgruppe. Zusätzlich konnten bei diesen Mäusen noch neuroanatomische Veränderungen im Geruchscortex festgestellt werden.

Die Forscher vermuten, dass diesem Phänomen ein epigenetischer Mechanismus zu Grunde liegt. Dies bedeutet konkret, dass nicht die Gene selbst verändert werden, sondern die Regulationsstrukturen der Gene. Auf diese Weise können die Gene in ihrer Aktivität beeinflusst werden.

Mehr zum Artikel

Bildquelle: © Lucie Kärcher / pixelio.de

Teile mit anderen
twitter Logofacebook LogoDigg LogoDel.icio.us LogoFriendFeed-Logomr. Wong iconXing iconGoogle +1 icon
Symbole von http://www.wpzoom.com

Können Antiallergika gegen traumatische Erinnerungen helfen?

4. Dezember 2013 – 09:49 wal (594x aufgerufen)

Der Schatten eines Menschen auf einer Treppe.

Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, einen Zusammenhang zwischen einem guten Gedächtnis für traumatische Ereignisse und bestimmten Genen aufzuzeigen. Interessant könnte diese Entdeckung für die Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung werden, denn schon seit Längerem ist bekannt, dass ein eben solches stark ausgeprägtes Gedächtnis für emotionale Inhalte die Wahrscheinlichkeit erhöht, eine PTBS auszubilden.

 

In weiteren Untersuchungen wurde der Histamin-1- Rezeptor mit einer erhöhten Wiedererlebenssymptomatik eines Traumas in Verbindung gebracht. Dieses Ergebnis ist insoweit interessant, dass nicht nur Antipsychotika an ebendiesen Rezeptor binden sondern auch sogenannte Antihistaminika. Diese werden normalerweise in der Behandlung von Allergien eingesetzt und gehen mit weniger Nebenwirkungen einher als Antipsychotika. In ersten Studien wurde die Wirkung von Antihistaminika auf aversive Gedächtnisinhalte bereits untersucht. Die Ergebnisse scheinen vielversprechend.

 

Mehr zum Artikel

 

Mehr zum Thema Posttraumatische Belastungsstörung finden Sie im Literaturbestand der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek.

 

Buchtipp

 

Bildquelle: © Martin Schemm / pixelio.de

Teile mit anderen
twitter Logofacebook LogoDigg LogoDel.icio.us LogoFriendFeed-Logomr. Wong iconXing iconGoogle +1 icon
Symbole von http://www.wpzoom.com

Wenn die Erinnerung einen nicht mehr loslässt

29. November 2013 – 10:01 wal (618x aufgerufen)

Eine Gruppe von Soldaten mit Schusswaffen in den Händen.Eine psychische Vorerkrankung scheint der stärkste Prädiktor zu sein, wenn es um die Frage geht, inwieweit ein Soldat in der Folge eines Auslandseinsatzes eine Folgeerkrankung entwickelt. Weiter scheinen psychische Störungen, die nach einem Einsatz auftreten, sehr selten erkannt oder diagnostiziert zu werden und das, obwohl die Dunkelziffer der an Posttraumatischer Belastungsstörung oder anderen psychischen Störungen erkrankten Soldaten auf etwa 50 % geschätzt wird.

Diese Erkenntnisse und zahlreiche weitere sind die Ergebnisse einer neuen Längsschnittstudie des Institutes für Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Dresden mit dem Titel „Prävalenz, Inzidenz und Determinanten von traumatischen Ereignissen, Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) und anderen psychischen Störungen bei Soldaten mit und ohne Auslandseinsatz“

Mehr zum Artikel

Bildquelle: © Gabi Eder /pixelio.de

Teile mit anderen
twitter Logofacebook LogoDigg LogoDel.icio.us LogoFriendFeed-Logomr. Wong iconXing iconGoogle +1 icon
Symbole von http://www.wpzoom.com

Wie ein Parkinsonmittel die Behandlung von Angststörungen verändern könnte…

24. Oktober 2013 – 09:06 wal (699x aufgerufen)

Ein Kind sitzt zusammengekauert neben seinem Schulranzen.

Die Behandlung einer sogenannten posttraumatischen Belastungsstörung ist nicht einfach. Einmal daran erkrankt, werden die Patienten oft von Flashbacks und einem Gefühl der Hilflosigkeit übermannt. Normalerweise wird die Störung mit Hilfe einer expositionsbasierten Verhaltenstherapie und angstlösenden Medikamenten behandelt. Hierbei wird der Patient regelmäßig der beängstigenden Situation ausgesetzt. So soll er lernen, dass nun keine Gefahr mehr von der Situationslage, die der traumatischen Erfahrung ähnelt, ausgeht. In der Praxis gibt es jedoch Probleme: Oft kann das in der Therapie Gelernte nicht auf den Alltag umgesetzt werden, da die neuen Erfahrungen manchmal zu stark an die Psychotherapie gekoppelt sind und die Patienten in den bedrohlichen Situationen wieder in alte Muster zurückfallen.

Eine Lösung für dieses Problem glauben Forscher des Universitätsklinikums Eppendorf gefunden zu haben. In einer Studie wurde bei gesunden Probanden eine Furchtreaktion ausgelöst. Danach wurde eine Sicherheitserfahrung erlernt und den Versuchspersonen entweder ein Placebo oder L-Dopa verabreicht. Bei Probanden mit Placebo trat die Angst wieder auf, bei L-Dopa jedoch nicht. In weiteren Untersuchungen wurde nach der Vergabe von L-Dopa im Anschluss an eine Lernerfahrung eine niedrigere Aktivität in der Amygdala gefunden. Dieses Hirnareal ist unter anderem für die Entstehung und Verarbeitung von Furcht verantwortlich.

Anmerkung: Bei L-Dopa handelt es sich um eine Vorstufe des körpereigenen Neurotransmitters Dopamin. Innerhalb der Behandlung der Parkinsonerkankung findet es regelmäßig Verwendung.

Mehr zum Artikel

Mehr zum Thema Posttraumatische Belastungsstörung finden Sie im Literaturbestand der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek

Buchtipp

Bildquelle: © Anne Garti / pixelio.de

Teile mit anderen
twitter Logofacebook LogoDigg LogoDel.icio.us LogoFriendFeed-Logomr. Wong iconXing iconGoogle +1 icon
Symbole von http://www.wpzoom.com

Traumatisierte Bundeswehrsoldaten: Psychologen warnen vor hoher Dunkelziffer

8. Oktober 2012 – 13:55 kri (929x aufgerufen)

Bundeswehrsoldaten

Sie waren im Krieg, haben Tod und Zerstörung hautnah erlebt: Dennoch suchen deutsche Soldaten seltener psychologische Hilfe als ihre Kameraden aus den USA. Wissenschaftler warnen davor, dass posttraumatische Belastungsstörungen häufig unerkannt bleiben.

Zum Artikel

Aber warum wird eine PTBS oft nicht diagnostiziert? Welche Symptome kennzeichnet die Störung und wie differenziert sie sich von anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen? Wenn Sie mehr erfahren möchten, empfehlen wir folgendes Buch:

„Verlauf der Posttraumatischen Belastungsstörung“ von Robert Bering

Bildquelle: © Germen64/ pixelio.de

Teile mit anderen
twitter Logofacebook LogoDigg LogoDel.icio.us LogoFriendFeed-Logomr. Wong iconXing iconGoogle +1 icon
Symbole von http://www.wpzoom.com

Psychotherapie über das Internet

13. April 2010 – 09:26 Timo (1459x aufgerufen)

Ein interessanter Artikel zu dieser Thematik ist zu finden in der Zeit:

http://www.zeit.de/wissen/2010-04/online-therapie?page=1

Teile mit anderen
twitter Logofacebook LogoDigg LogoDel.icio.us LogoFriendFeed-Logomr. Wong iconXing iconGoogle +1 icon
Symbole von http://www.wpzoom.com

Teletherapie hilft bei PTBS

25. März 2010 – 12:28 Timo (1367x aufgerufen)

Eine kanadische Studie zeigt: Die Behandlung einer posttraumatischen Belastungsstörung gelingt durch Telekonferenz ebenso gut wie im Rahmen der klassischen Face-to-face Therapie.

http://psychcentral.com/news/2010/03/24/teletherapy-for-ptsd-found-effective/12351.html

Teile mit anderen
twitter Logofacebook LogoDigg LogoDel.icio.us LogoFriendFeed-Logomr. Wong iconXing iconGoogle +1 icon
Symbole von http://www.wpzoom.com

Das zweifelhafte Geschäft mit der Trauer

31. März 2009 – 13:37 Timo (1255x aufgerufen)

Wenn Schlimmes passiert, wie beispielsweise der Amoklauf in Winnenden, sind Psychologen schnell zur Stelle. Vor allem Langzeit-Trauertherapien sind zu einem lukrativen Geschäft geworden. Fraglich ist jedoch in welchem Umfang sie nützlich sind und in welchem eher nicht.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,612955,00.html

Teile mit anderen
twitter Logofacebook LogoDigg LogoDel.icio.us LogoFriendFeed-Logomr. Wong iconXing iconGoogle +1 icon
Symbole von http://www.wpzoom.com