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Selbstbestimmt und produktiv

11. Dezember 2014 – 00:01 wal (1000x aufgerufen)

Können wir selbstbestimmte Entscheidungen z. B. im Rahmen eines Lernprozesses treffen, so sind wir danach meist produktiver. Das Prinzip hört sich einfach und vielversprechend an. Doch kann man es auch auf andere Aspekte anwenden? Beispielsweise in klinischen Behandlungen oder in pädagogischen Maßnahmen? Dieser Frage ist ein Forscherteam um Professor Ulrich Weger der Universität Witten/Herdecke im Rahmen einer Studie nachgegangen.

In der Studie wurden die Probanden vor die Aufgabe gestellt, einen Gedächtnistest zu absolvieren. Zuvor wurde ihnen jedoch die Wirkung dreier verschiedener Lebensmittel (z. B. Coca Cola), die die kognitive Leistungsfähigkeit erhöhen sollen, beschrieben. Mit Hilfe der Lebensmittel sollte der anstehende Test besser absolviert werden können. Eine Gruppe der Probanden hatte nun die Wahl zwischen den drei Mitteln, die andere Gruppe bekam ein Mittel zugewiesen ohne Entscheidungsfreiheit. Das Mittel wurde entweder vor der Enkodierung der Testitems oder aber vor dem späteren Abruf der Items verabreicht.

Probanden, die die Substanz vor der Enkodierung bekamen, konnten bedeutsam mehr Items in einer Recallaufgabe abrufen, als Probanden, die erst vor Abruf der Items aus dem Gedächtnis Zugang zu dem Lebensmittel bekamen. Auch zeigte sich, dass die Versuchspersonen, die eine eigene Wahl hatten, bei einer Rekognitionsaufgabe besser abschnitten, als Teilnehmer, die einfach ein Lebensmittel zugewiesen bekamen. Dieser Effekt war jedoch nur marginal bedeutsam. Es besteht weiterer Forschungsbedarf.

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Wie ein Parkinsonmittel die Behandlung von Angstst√∂rungen ver√§ndern k√∂nnte…

24. Oktober 2013 – 09:06 wal (683x aufgerufen)

Ein Kind sitzt zusammengekauert neben seinem Schulranzen.

Die Behandlung einer sogenannten posttraumatischen Belastungsst√∂rung ist nicht einfach. Einmal daran erkrankt, werden die Patienten oft von Flashbacks und einem Gef√ľhl der Hilflosigkeit √ľbermannt. Normalerweise wird die St√∂rung mit Hilfe einer expositionsbasierten Verhaltenstherapie und angstl√∂senden Medikamenten behandelt. Hierbei wird der Patient regelm√§√üig der be√§ngstigenden Situation ausgesetzt. So soll er lernen, dass nun keine Gefahr mehr von der Situationslage, die der traumatischen Erfahrung √§hnelt, ausgeht. In der Praxis gibt es jedoch Probleme: Oft kann das in der Therapie Gelernte nicht auf den Alltag umgesetzt werden, da die neuen Erfahrungen manchmal zu stark an die Psychotherapie gekoppelt sind und die Patienten in den bedrohlichen Situationen wieder in alte Muster zur√ľckfallen.

Eine L√∂sung f√ľr dieses Problem glauben Forscher des Universit√§tsklinikums Eppendorf gefunden zu haben. In einer Studie wurde bei gesunden Probanden eine Furchtreaktion ausgel√∂st. Danach wurde eine Sicherheitserfahrung erlernt und den Versuchspersonen entweder ein Placebo oder L-Dopa verabreicht. Bei Probanden mit Placebo trat die Angst wieder auf, bei L-Dopa jedoch nicht. In weiteren Untersuchungen wurde nach der Vergabe von L-Dopa im Anschluss an eine Lernerfahrung eine niedrigere Aktivit√§t in der Amygdala gefunden. Dieses Hirnareal ist unter anderem f√ľr die Entstehung und Verarbeitung von Furcht verantwortlich.

Anmerkung: Bei L-Dopa handelt es sich um eine Vorstufe des körpereigenen Neurotransmitters Dopamin. Innerhalb der Behandlung der Parkinsonerkankung findet es regelmäßig Verwendung.

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Mehr zum Thema Posttraumatische Belastungsstörung finden Sie im Literaturbestand der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek

Buchtipp

Bildquelle: © Anne Garti / pixelio.de

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