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Fr√ľher Gruppenzwang

20. November 2014 – 00:01 wal (595x aufgerufen)

Schon fr√ľh lernen Kleinkinder, Probleme zu l√∂sen, indem sie andere in derselben Situation beobachten und das gezeigte Verhalten nachahmen. Diese Art des Lernens wird Beobachtungslernen genannt. Doch gibt es auch die Situation, dass ein Kind selbst auf eine eigene L√∂sung eines Problems kommt. Beh√§lt es dann das Verhalten bei, wenn es andere Kinder sieht, die eine Aufgabenstellung anders gel√∂st haben? Dieser Problemstellung sind Forscher des Max-Planck-Institutes f√ľr evolution√§re Anthropologie in Leipzig im Rahmen einer Studie nachgegangen.

Das Experiment wurde mit zweij√§hrigen Kindern und Menschenaffen durchgef√ľhrt. Beide Gruppen wurden in ihrem Verhalten miteinander verglichen. Die Aufgabe bestand darin, dass die Probanden einen Ball in eine Kiste werfen sollten, die in drei verschiedene Bereiche eingeteilt war. Traf der Ball einen ganz bestimmten Bereich, wurde die Versuchsperson mit einer S√ľ√üigkeit. Im Anschluss wurden andere Kinder hinzugezogen, die den Ball allerdings in einen anderen Bereich der Kiste warfen und trotzdem daf√ľr belohnt wurden. Die Kinder standen nun vor der Aufgabe, vor den anderen Gruppenmitgliedern den Ball in die Kiste zu werfen. Der Versuchsaufbau f√ľr die Menschenaffen war analog zu dem oben beschrieben Verfahren.

Es zeigte sich, dass die Kinder in mehr als 50% der Fälle das Verhalten der Gruppenmitglieder imitierten, obwohl sie ebenfalls eine erfolgreiche Strategie erworben hatten. Menschenaffen hingegen zeigten weniger Anpassung an das Verhalten der anderen. Durften die Kinder jedoch den Ball nach der Beobachtung ohne Zuschauer in die Kiste werfen, behielten sie ihre Ursprungsmethode eher bei.

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Die Angst im Blick

13. November 2014 – 00:01 wal (662x aufgerufen)

Schon siebenmonatige Kinder sind scheinbar dazu in der Lage, √§ngstliche Blicke unbewusst zu deuten. Diese unbewusste Deutung scheint auf Grundlage der momentanen Form der Sklera, d. h. dem Teil der Lederhaut, der f√ľr uns als Betrachter als das „Wei√üe im Auge“ wahrgenommen wird, zu beruhen. Hierauf weisen zumindest neueste ver√∂ffentlichte Forschungsergebnisse des Max-Planck-Institutes f√ľr Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig hin:

In einer Studie wurden siebenmonatigen Kindern jeweils Augenpaare präsentiert. Wichtig hierbei: Von den Augenpaaren war jeweils nur die Sklera zu sehen. Die Augenpaare waren so angeordnet, dass sie entweder an dem Probanden vorbeischauten oder ihn direkt anblickten; außerdem variierte die durch die Augen vermittelte Emotion, so zeigten einige Augenpaare einen ängstlichen Ausdruck, während andere beispielsweise eine fröhliche Mimik aufwiesen. Jedes Bild wurde etwa 50 ms präsentiert. Während die Kinder die Stimuli betrachteten, wurde ein EEG aufgezeichnet.

Die Kinder zeigten stärkere elektrische Potentiale in frontalen Hirnregionen, wenn sie ängstliche Augen sahen im Vergleich zur Betrachtung anderer Augenpaare. Besonders stark war die Aktivierung dabei dann, wenn die Kinder von den Augen direkt angeblickt wurden.

Aufgrund ihrer Ergebnisse vermuteten die Forscher, dass Kinder bereits ab dem siebten Lebensmonat, in der Lage sind, unbewusst ängstliche Blicke zu deuten.

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Inklusiver Unterricht

30. Oktober 2014 – 00:01 wal (643x aufgerufen)

Inklusion – Zur Zeit ein kontrovers diskutiertes Thema. Kinder, die fr√ľher in Sonderschulen untergebracht wurden, haben nun die M√∂glichkeit, an einer Regelschule unterrichtet zu werden. In Deutschland haben 6,6 % der schulpflichtigen Kinder einen besonderen F√∂rderbedarf. Ein Viertel dieser Kinder besucht zur Zeit inklusiven Unterricht an einer Regelschule, die restlichen werden an einer Sonderschule unterrichtet. Eltern der f√∂rderbed√ľrftigen Kinder erhoffen sich unter anderem von der Inklusion, dass ihre S√∂hne und T√∂chter k√ľnftig st√§rker in die Gesellschaft integriert werden.

Im Moment haben allerdings die Regelschulen weder genug Lehrpersonal, noch ein einheitliches Konzept f√ľr den inklusiven Unterricht. So wird beispielsweise allein in Brandenburg an einigen Schulen per Wochenplan gelehrt, w√§hrend andere den inklusiven Unterricht jahrgangs√ľbergreifend durchf√ľhren. Wieder andere unterrichten immer nur innerhalb eines Jahrgangs.

Welches Konzept sich am besten f√ľr den inklusiven Unterricht anbietet, wird zur Zeit noch von Wissenschaftlern, unter anderem auch Psychologen erforscht. Die momentanen Forschungsergebnisse deuten an, dass alle Kinder Lernfortschritte im Rahmen des inklusiven Unterrichts erzielt haben; diese sind jedoch von Fach zu Fach unterschiedlich ausgepr√§gt. Doch es zeigen sich auch Probleme, so sind beispielsweise viele Schulen nicht wirklich barrierefrei ausgelegt und die Kinder mit F√∂rderbedarf f√ľhlen sich nach eigener Aussage oft nicht richtig in den Klassenverbund integriert.

Auf dem Gebiet besteht noch weiterer Forschungsbedarf.

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Eingeschränkte Wahrnehmung

21. August 2014 – 11:57 wal (738x aufgerufen)

148446_web_R_K_B_by_S. Hofschlaeger_pixelio.deOft hat man den Eindruck, dass Kinder nur das wahrnehmen, was sie gerade interessiert.¬† Dass dieses Ph√§nomen, das in der Fachwelt Unaufmerksamkeitsblindheit genannt wird, bis ins Jugendalter vorherrscht, konnte nun ein Forscherteam des Institutes f√ľr kognitive Neurowissenschaften des University Colleges in London zeigen. An der Studie nahmen 200 Probanden teil, wobei sich die Teilnehmergruppe aus 7 – 14 -j√§hrigen Kindern und Erwachsenen zusammensetzte. W√§hrend der Studie sollte ein schwarzes Kreuz auf einem Computermonitor, das sich ver√§nderte, betrachtet werden. Aufgabe der Versuchspersonen war hierbei, zu √ľberpr√ľfen, inwieweit die senkrechte Linie des Kreuzes sich in ihrer L√§nge von der waagerechten Linie unterschied. Die Schwierigkeit dieser Aufgabe wurde an das Alter der Teilnehmer angepasst. Von Zeit zu Zeit wurde ein kleines schwarzes Quadrat an einer zuf√§lligen Stelle des Bildschirms eingeblendet. Die Frage war nun, wieviele Probanden das Quadrat wahrnehmen w√ľrden und ob es Unterschiede zwischen den Kindern und den Erwachsenen geben w√ľrde.

Ergebnis: Die Erwachsenen schnitten in der Aufgabe besser ab als die Kinder und Jugendlichen. War die Aufgabe leicht, √ľbersahen etwa 70% der sieben- bis achtj√§hrigen das kleine Quadrat; bei der schweren 90%. Dieses Wahrnehmungsdefizit konnte auch bei den 14-j√§hrigen Versuchsteilnehmern noch nachgewiesen werden.

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Bildquelle: © S. Hofschlaeger / pixelio.de

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Kinder in Regenbogenfamilien

8. August 2014 – 13:26 wal (785x aufgerufen)

82258_web_R_K_B_by_S. Hofschlaeger_pixelio.deWie wachsen Kinder in sogenannten Regenbogenfamilien auf? Die Ergebnisse einer aktuellen Studie der University of Melbourne lassen die Annahme zu, dass ein Kind, das bei zwei gleich geschlechtlichen Eltern aufw√§chst, genauso gesund und ausgeglichen ist wie ein Kind aus einer Familie, bei denen die Eltern je dem anderen Geschlecht angeh√∂ren. Die Autoren der Studie befragten 315 gleichgeschlechtliche Eltern zu ihren Sch√ľtzlingen. Die Fragen besch√§ftigten sich mit dem Gesundheitszustand sowie dem Wohlbefinden des Kindes. Als Vergleichsgruppe wurden die Werte anderer Familien mit einem heterosexuellen Elternpaar verwendet.

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Bildquelle: © S. Hofschlaeger / pixelio.de

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Mangelhafte Gutachten

18. Juli 2014 – 12:27 wal (617x aufgerufen)

684068_web_R_K_B_by_Lupo_pixelio.deWie fundiert sind rechtspsychologische Gutachten? So gut, dass sich Gerichte auf die Dokumente st√ľtzen k√∂nnen…sollte man annehmen. Das dies jedoch oft nicht der Fall ist, fanden nun Forscher der Fernuniversit√§t Hagen heraus. Im Rahmen der Studie wurden 116 Gutachten, die in den Jahren 2010 und 2011 f√ľr den Obergerichtsbezirk Hagen erstellt wurden, untersucht.

In einem sehr gro√üen Anteil der Gutachten fanden die Forscher erhebliche M√§ngel, die vom Einsatz fragw√ľrdiger Verfahren, √ľber fehlende Arbeitshypothesen bis hin zu unsystematischen Gespr√§chen, reichten.

Eine h√∂here Qualit√§t bei Gutachten fanden die Forscher jedoch, wenn der Sachverst√§ndige die Qualifikation „Fachpsychologe Rechtspsychologie“ innehatte.

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Bildquelle: © Lupo / pixelio.de

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Armer Teddy, reicher Teddy

25. April 2014 – 16:16 wal (954x aufgerufen)

Ein Teddybär sitzt mit einem Herz in der Hand auf einer Wiese. Er lehnt sich an einen Baum an.

Ab wann verstehen Kinder das Prinzip der sozialen Gerechtigkeit und ab wann handeln sie danach? Dieser Frage hat sich eine Forschergruppe um Professor Markus Paulus der Ludwig-Maximilians-Universit√§t M√ľnchen in einer Studie angenommen. Realisiert wurde das Experiment in einem zweiteiligen Versuchsaufbau mit drei- und f√ľnfj√§hrigen Kindern.

Im ersten Abschnitt wurden den Kindern zwei Sticker gegeben, die sie entweder komplett behalten oder mit einem Teddyb√§ren teilen konnten. Die Entscheidung wurde dabei den Probanden √ľberlassen. Der Teddyb√§r besa√ü entweder ein Stickeralbum, das bereits viele weitere Aufkleber beinhaltete, oder eines, das relativ leer war. Je nach Stickeranzahl wurden diese Teddyb√§ren dabei als „reich“ oder „arm“ betitelt. Es zeigte sich, dass die √§lteren Kinder eher gewillt waren, ihre Sticker zu teilen, als die j√ľngeren. Dies war bei den F√ľnfj√§hrigen vor allen Dingen dann der Fall, wenn ihnen der arme Teddyb√§r gegen√ľber sa√ü.

Der zweite Versuchsabschnitt hatte einen √§hnlichen Aufbau wie der erste. Anders war jedoch, dass die Kinder vier Sticker erhielten, die sie auf den armen und den reichen Teddyb√§ren verteilen mussten. Auch hier bevorzugten die F√ľnfj√§hrigen den armen Teddyb√§ren und teilten ihre Sticker meist in einem 3:1-Verh√§ltnis auf.

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Bildquelle: © angieconscious / pixelio.de

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Geben und nehmen

14. März 2014 Р12:52 wal (641x aufgerufen)

Eine Tasse wird mit Kaffee bef√ľllt und einer anderen Person gegeben.

Mit seinen Freunden teilt man gerne. Doch ab wann teilen Kinder etwas mit anderen? Und wann fangen sie an, zu unterscheiden, wer wieviel von einer Sache bekommt? Eine neue Untersuchung der Ludwig-Maximilians-Universit√§t M√ľnchen¬† besch√§ftigt sich genau mit diesen Fragen. In der Studie wurden Kindergartenkindern zwei Aufgaben gestellt: Zum einen sollte eingesch√§tzt werden, wie sich eine weitere Person in einer Teilsituation verhalten w√ľrde. Zum anderen wurden die Kinder vor die Aufgabe gestellt, selbst Spielsachen zu teilen. In jeder der beiden Arbeitseinheiten konnte mit Menschen geteilt werden, die man mochte oder nicht mochte.

W√§hrend Dreij√§hrige noch mit allen teilten, unabh√§ngig davon, wie nahe das Gegen√ľber zu ihnen stand, bevorzugten √§ltere Kinder klar befreundete Personen. Auch schienen sie zu erwarten, dass andere mehr mit befreundeten Personen teilen als mit nicht befreundeten.

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Bildquelle: © Bruno Walter / pixelio.de

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Mehr als nur gemeinsam essen

18. Dezember 2013 – 00:01 wal (723x aufgerufen)

Christstollen auf einer Glasschale. Zusätzlich sind Kaffeegedecke zu sehen.

Wenn wir mit Freunden, der Familie oder dem Partner gemeinsam eine Mahlzeit zu uns nehmen, geht es uns oft nicht um die Nahrungsaufnahme an sich, sondern viel mehr um zwischenmenschliche Komponenten wie N√§he und Zusammensein. So hat gemeinsames Essen z.B. Auswirkungen auf das physische sowie das psychische Wohlergehen. Eine kanadische Studie zu diesem Thema scheint zu zeigen, dass Kinder und Jugendliche, die regelm√§√üig mit ihren Eltern eine Tischgemeinschaft bilden, oft weniger unter Gewichtsproblemen leiden als Altersgenossen, die eher alleine ihre Mahlzeiten zu sich nehmen. Die Forscher registrierten au√üerdem viel h√§ufiger Verhaltensauff√§lligkeiten wie sozialen R√ľckzug oder Aggressionen bei Kindern, die in der Tendenz eher alleine a√üen.

Die Wissenschaftler √§u√üern die Vermutung, dass durch die gemeinsame Nahrungsaufnahme Raum geschaffen wird, um √ľber Probleme oder pers√∂nliche Anliegen des Nachwuchses zu sprechen.

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Bildquelle: © Andreas Hermsdorf / pixelio.de

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Erfahrung der Großeltern kann sich im Verhalten der Enkel widerspiegeln

17. Dezember 2013 – 00:01 wal (721x aufgerufen)

Großvater mit seinem Enkelkind an der Hand.

K√∂nnen negative Erfahrungen Auswirkungen auf das Erbgut der Nachkommenschaft haben? Betrachtet man die Ergebnisse einer Studie der Emory University School of Medicine in Atlanta, so scheint dies m√∂glich: In einem Versuch wurden M√§use auf den Geruch von Acetophenon konditioniert. Rochen sie die chemische Substanz, folgte kurz darauf ein Elektroschock, sodass die Nagetiere sp√§ter auch dann zur√ľckzuckten, wenn lediglich noch der Geruch pr√§sentiert wurde.¬† Dieses Verhalten zeigten sowohl die direkten Nachkommen der M√§use als auch ihre Enkel. Obwohl sie noch nie Acetophenon gerochen haben, zuckten sie deutlich √∂fter zusammen als eine Kontrollgruppe. Zus√§tzlich konnten bei diesen M√§usen noch neuroanatomische Ver√§nderungen im Geruchscortex festgestellt werden.

Die Forscher vermuten, dass diesem Phänomen ein epigenetischer Mechanismus zu Grunde liegt. Dies bedeutet konkret, dass nicht die Gene selbst verändert werden, sondern die Regulationsstrukturen der Gene. Auf diese Weise können die Gene in ihrer Aktivität beeinflusst werden.

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Bildquelle: © Lucie Kärcher / pixelio.de

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