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Studie: Wie stabil sind Erinnerungen?

2. Oktober 2014 – 10:30 wal (653x aufgerufen)

644109_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.deSchwelgen wir in unseren eigenen Erinnerungen, so gewinnt man schnell den Eindruck, dass bestimmte Erfahrungen mit positiven und andere mit negativen Emotionen verbunden sind. Die Verbindung zwischen Emotion und Erinnerung erweckt dabei den Anschein, relativ stabil zu sein.

Neuen Forschungsergebnissen zufolge scheinen Erinnerungen jedoch gar nicht so unveränderlich zu sein, wie bisher angenommen: Forschern aus den USA ist es gelungen, gerade diese Verbindung zwischen der Erinnerung an sich und den damit verbundenen Emotionen zu manipulieren.

Um den Versuch durchf√ľhren zu k√∂nnen, wurden zun√§chst die Hippocampi von M√§usen mit Hilfe eines Proteins ver√§ndert. Das Protein kann durch Licht aktiviert werden. Bei einer solchen Aktivierung speichert der Hippocampus Erinnerungen ein, die wiederum durch Lichteinstrahlung abgerufen werden k√∂nnen. Die M√§use wurden nun in zwei Gruppen eingeteilt: Ein Teil der M√§use machte eine schlechte Erfahrung, der andere eine positive. Zwei Tage sp√§ter wurde √ľberpr√ľft, inwieweit die Erinnerungen eingepr√§gt wurden. Hierzu erhielten die Tiere einen Lichtimpuls in einer neutralen Umgebung. W√§hrend die M√§use mit positiven Erinnerungen keine Angst zeigten, war diese Emotion bei den M√§usen mit negativer Erinnerung stark ausgepr√§gt.

In einem zweiten Studienabschnitt sollte nun die Verkn√ľpfung zwischen Emotion und Erinnerung umgekehrt werden: Die M√§use wurden √ľber einen l√§ngeren Zeitraum Lichteinstrahlung ausgesetzt, w√§hrend sie an den Ort gesetzt wurden, an dem sie ihre Erinnerung erworben haben. Im Gegensatz zum ersten Experimentalabschnitt wurden sie nun aber der entgegengesetzten Erfahrung ausgesetzt,¬† d.h. eine Maus mit negativ gef√§rbter Erinnerung machte nun beispielsweise eine positive Erfahrung. Es zeigte sich, dass die zuvor gebildete Verbindung zwischen Erinnerung und Emotion nun die gegenteilige Auspr√§gung annahm.

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Bildquelle: © Rainer Sturm / pixelio.de

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Buchtipp: Cognitive development: theories, stages and processes and challenges

11. September 2014 – 00:01 wal (619x aufgerufen)

661492_web_R_K_B_by_Lisa Spreckelmeyer_pixelio.deWie entwickeln sich die kognitiven Funktionen beim Menschen? Welche Prozesse laufen hierbei hinter den Kulissen ab? „Cognitive development: theories, stages and processes and challenges“ behandelt unter anderem diese Fragen in 11 Kapiteln, die von verschiedenen Experten auf diesem Gebiet geschrieben wurden. Das Buch n√§hert sich dem Thema sowohl von theoretischer Seite als auch mit Hilfe verschiedener Studien, die sich dieser Fragestellung gewidmet haben. So werden beispielsweise Inhalte wie Lernen, semantische Erinnerung oder aber die Verarbeitung von Emotionen behandelt.

Buchtipp

Das Buch ist aus dem Literaturbestand der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek entleihbar.

Bildquelle: © Lisa Spreckelmeyer / pixelio.de

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Rechtfertigungen verändern die Erinnerung

30. Mai 2014 – 10:47 wal (638x aufgerufen)

689229_web_R_K_B_by_Katharina Wieland M√ľller_pixelio.deLesen wir Berichte √ľber Gr√§ueltaten, so beinhalten sie des √Ėfteren Rechtfertigungsversuche der T√§ter. Das eben diese Rechtfertigungsversuche die Erinnerung ver√§ndern k√∂nnen, solange sie Betroffene entlasten, zeigt eine neue Studie der Princeton University Woodrow Wilson School: 72¬† amerikanische Probanden wurden gebeten, verschiedene fiktive Texte √ľber Gr√§ueltaten, die w√§hrend des Irak- und Afghanistankrieges spielten, zu lesen. Jeder Bericht beschrieb dabei eine Gewalttat, die entweder ein amerikanischer oder ein afghanischer Soldat begangen hatte und eine Rechtfertigung f√ľr das Verbrechen. Dabei wurden in jedem Text kritische Details, die zum Beispiel mit dem Tathergang assoziiert waren, genannt und Items, die eher peripherer Natur waren.

Im Anschluss wurden zwei der Geschichten im Rahmen eines Videos von Schauspielern erneut vorgetragen, jedoch ohne Rechtfertigung. Nach einer Verz√∂gerung (Jeder Proband sollte einen Fragebogen, der f√ľr das Thema irrelevant war, ausf√ľllen) wurden die Teilnehmer dann gebeten, alles aufzuschreiben, was sie √ľber die Geschichten noch wussten.

Es zeigte sich, dass sich die Versuchsteilnehmer besser an die Geschichten erinnerten, die ihnen von den Schauspielern erneut vorgetragen wurden. Jedoch gab es Unterschiede im Erinnern der Rechtfertigungen. Während die Verteidigung des amerikanischen Soldaten eher erinnert wurde, zeigte sich das Gegenteil bei den afghanischen Soldaten: Ihre Erklärungen wurden eher vergessen.

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Bildquelle: ¬© Katharina Wieland M√ľller / pixelio.de

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Spruch der Woche

19. Mai 2014 – 00:01 wal (707x aufgerufen)

Eine Filmrolle, die abgewickelt wurde.

„Erinnerungen sind wie viele Konserven, ein bi√üchen sch√∂n gef√§rbt und deshalb nicht ganz unsch√§dlich.“

Maurice Chevalier (1888-1972), französischer Filmschauspieler.

Bildquelle: © Rainer Sturm / pixelio.de

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Neues aus der Schlafforschung

17. April 2014 – 15:10 wal (828x aufgerufen)

Ein Wecker auf einem Tisch. Im Hintergrund sieht man Bettwäsche.

Wenn wir schlafen, verarbeitet unser Gehirn Informationen, die tags√ľber aufgenommen wurden. Neu Gelerntes wird zum Teil vom Kurzzeit- in das Langzeitged√§chtnis √ľbertragen.

Neueren Studien zufolge scheint es sogar möglich zu sein, den Lernerfolg weiter zu erhöhen, indem das am Tag Gelernte während dem Schlafen noch einmal wiedergegeben wird. Wurde z.B. eine am Tag eingeprägte Melodie während dem Schlaf gespielt, konnten sich die Versuchspersonen am darauffolgenden Tag besser an diese Klangfolge erinnern.

Auf der Grundlage dieser Forschungsergebnisse f√ľhrten nun Forscher der City University of New York eine Studie mit Ratten durch. Innerhalb des Versuchsaufbaus wurde den Tieren das Erkennen bestimmter Ger√ľche beigebracht. Schliefen die Ratten sp√§ter, wurden ihnen entweder die zuvor gelernten Ger√ľche neu pr√§sentiert oder aber v√∂llig fremde Duftmotive. Die Frage war nun, wie sich die fremden D√ľfte w√§hrend dem Schlafen auf die Konsolidierung der zuvor gelernten Ger√ľche auswirken w√ľrde.

Es zeigte sich, dass die Tiere, die √ľbereinstimmende Informationen erhalten hatten, sich besser an die gelernten D√ľfte erinnern konnten. Die Ratten jedoch, die St√∂rinformationen erhielten, hatten auch sp√§ter deutliche Probleme dabei, neue und bereits gelernte Duftnoten voneinander zu unterscheiden.

 

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Mehr zum Thema „Schlaf und Kognition“ finden Sie im Literaturbestand der Saarl√§ndischen Universit√§ts- und Landesbibliothek.

Buchtipp

Bildquelle: © Alexandra H. / pixelio.de

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Buchtipp: Everyday Memory

11. März 2014 Р00:01 wal (601x aufgerufen)

Ein Koffer.

Wie funktioniert Erinnerung im t√§glichen Leben? Unter anderem dieser Frage geht das neu erschienene Buch“ Everyday Memory“ nach.

„Everyday Memory“ versucht einen √úberblick √ľber die verschiedenen Aspekte der Erinnerung, wie wir sie in unserem t√§glichen Leben nutzen, zusammenzutragen. Dabei werden auch Aspekte der „Erinnerungsforschung“ betrachtet, denen bisweilen wenig Aufmerksamkeit zu Teil wurde. Au√üerdem werden auch neue Hypothesen generiert, mit deren Hilfe ein Ausblick auf die m√∂gliche zuk√ľnftige Forschung zum Thema „Erinnerung“ gegeben wird. Die Artikel wurden von einem internationalen Team von Experten zusammengetragen.

Das Buch ist aus dem Literaturbestand der Saarländischen Universitäts-und Landesbibliothek entleihbar.

Buchtipp

Bildquelle: © Rainer Sturm / pixelio.de

 

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Erinnerungsl√ľcken in der Kindheit

28. Januar 2014 – 09:52 wal (946x aufgerufen)

Seite eines Kalenders. Die drei Weihnachtsfeiertage sind abgebildet.Normalerweise k√∂nnen sich Erwachsene und Kinder nicht mehr an Ereignisse ihrer fr√ľhen Kindheit erinnern. Dieses Ph√§nomen wird in der Psychologie als kindliche Amnesie bezeichnet. Doch wie kommt es zu diesen Erinnerungsl√ľcken und wann treten sie das erste Mal auf? Eine neue Versuchsreihe der Emory University in Atlanta besch√§ftigte sich mit genau dieser Fragestellung. Hierzu wurden Kinder im Alter von drei Jahren nach bedeutenden Ereignissen in ihrer Kindheit befragt. Bis ins Alter von neun Jahren wurden Teile der urspr√ľnglichen Probandengruppe in Jahresabschnitten neu zu den Geschehnissen interviewt. W√§hrend viele der Kinder mit sechs bis sieben Jahren noch in der Lage waren, √ľber die Ereignisse Auskunft zu geben, konnten sich mit acht Jahren nur noch wenige richtig erinnern. Am besten konnten die Kinder noch √ľber die Erlebnisse berichten, die schon mit drei Jahren relativ detaillierte Aussagen √ľber die Erfahrungen machen konnten. Die¬† Forscher sch√§tzen, dass die kindliche Amnesie etwa mit sieben Jahren einsetzt. Die Ergebnisse st√ľtzen die Vermutung, dass die Beschreibung der Ereignisse mit Hilfe der Sprache zu einer l√§ngerfristigeren Speicherung im Ged√§chtnis f√ľhrt.

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Mehr zum Thema „Erinnerung“ und „Erinnerung und Kindheit“ finden Sie im Literaturbestand der Saarl√§ndischen Universit√§ts- und Landesbibliothek

Buchtipp

Bildquelle: © Joujou / pixelio.de

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Wenn die Zeit an einem vorbeirast…

22. November 2013 – 00:01 wal (613x aufgerufen)

 

Eine Sanduhr.

Jedes Jahr vergeht schneller. So zumindest das Gef√ľhl vieler Menschen, wenn sie √§lter werden. Doch wodran liegt es, dass kleine Kinder glauben, ewig auf ihren Geburtstag warten zu m√ľssen, w√§hrend √§ltere Menschen immer wieder davon berichten, dass die Zeit an ihnen vorbeifliegen w√ľrde? Manche Forscher glauben, dass Menschen die Zeit unbewusst in Relation zu ihrem bisherigen Leben setzen. Konkret bedeutet das, dass ein Jahr f√ľr ein f√ľnfj√§hriges Kind ewig erscheint, da es 1/5 seines bisherigen Lebens ausmacht. Bei Erwachsenen wird der Bruch nach dieser Logik erheblich kleiner. Jedoch wird dieser Ansatz unter Experten umstritten. In diesem Zusammenhang wird auch der Effekt beschrieben, dass in Tagesabschnitten, in denen man sich langweilt, z.B. weil man seit 20 Minuten auf den Bus wartet, die Zeit in der Wahrnehmung langsamer vergeht. Betrachtet man aber den Tag abends nochmal retrospektiv, so hat man das Gef√ľhl, er w√§re sehr schnell vor√ľbergegangen. Laut Marc Wittmann, Psychologe am Institut f√ľr Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg, wird die Zeit als langsamer wahrgenommen, wenn man sich an besonders viele Ereignisse innerhalb des Zeitabschnittes erinnert. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es sich um das erste Mal handelt, z.B. die erste eigene Autofahrt. Im Laufe des Lebens werden jedoch eben diese „ersten Male“ oft zur Routine, sodass nicht mehr explizit jedes Ereignis erinnert wird. Dies kann dann das Gef√ľhl vermitteln, dass man in einem relativ gro√üen Tagesabschnitt wenig erlebt hat.

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Bildquelle: © Margot Kessler / pixelio.de

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Wie der Kontext das subjektive Alter von Senioren beeinflussen kann

8. November 2013 – 00:01 wal (720x aufgerufen)

Welkes Laub auf dem Boden.Sich innerhalb von f√ľnf Minuten vier Jahre √§lter f√ľhlen? Laut einer Studie der Texas A&M University ist genau das m√∂glich. In einem Versuch wurde einer Gruppe von Senioren eine Liste mit 30 W√∂rtern gezeigt, die sp√§ter in einem Erinnerungstest abgefragt wurden. Nach dieser Testung gaben die Probanden ein h√∂heres subjektives Alter an als noch wenige Minuten zuvor. Auch drei weitere Versuche mit j√ľngeren und √§lteren Probanden st√ľtzen das Ergebnis. Allerdings konnte der Effekt bei den j√ľngeren Versuchsteilnehmern nicht nachgewiesen werden. Die Forscher vermuten hinter dem Ph√§nomen das Wirken eines sozialen Stereotyps: Dem weitverbreiteten Fehlschluss, dass Altern zwangsl√§ufig mit einem Erinnerungsverlust einherginge.

 

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Bildquelle: © Martin Schemm / pixelio.de

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Wie verlässlich sind Augenzeugen?

31. Oktober 2013 – 00:01 wal (655x aufgerufen)

Fernglas

Zeugenaussagen k√∂nnen einen Tatverd√§chtigen vor Gericht schwer belasten. Doch kann man sich wirklich auf sie verlassen? Allein in den letzten Jahren wurden in den USA mehrere hundert Fehlurteile aufgedeckt, bei denen 3/4 durch fehlerhafte Zeugenaussagen gest√ľtzt wurden. Es stellt sich die Frage, was die Qualit√§t der Aussagen beeinflusst. In der Psychologie wurden hierzu einige Erkenntnisse gewonnen. So k√∂nnen z.B. Polizeibeamte oder Richter die Erinnerung eines Zeugen selbst ungewollt beeinflussen oder der Beobachter versucht fehlende Informationen selbst zu rekonstruieren, z.B. wenn er einen Unfall zwar mitbekommen, aber nicht den genauen Tathergang beobachtet hat. Auch der Ort der Aufmerksamkeit spielt eine Rolle. So kann es sein, dass Menschen, die mit einem Messer bedroht werden, sich nur schlecht an das Gesicht des T√§ters erinnern k√∂nnen, da sie in der Situation vor allem auf die Waffe geachtet haben.

Ebenfalls sehr fehleranf√§llig sind Gegen√ľberstellungen, bei denen ein potentieller Tatverd√§chtiger unter einer Gruppe von Line-ups gezeigt wird. Ein Experiment des Rechtspsychologen Gary Wells macht dies deutlich: Probanden sahen ein Video und sollten in einer darauffolgenden Gegen√ľberstellung einen „T√§ter“ wiedererkennen. Der Gesuchte war jedoch nicht unter den¬† Line-ups vertreten. Dennoch gaben fast 70 % der Probanden an, den √úbelt√§ter zu erkennen.

 

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Bildquelle: © Lupo / pixelio.de

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