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Autismus bei Mädchen. Wirklich seltener oder ein Problem der Diagnose?

10. Dezember 2014 – 00:01 wal (1057x aufgerufen)

Die Autismus-Spektrum-Störung gilt als ein Störungsbild, das vornehmlich bei Jungen auftritt. Zwar gibt es auch Mädchen mit Autismus-Spektrum-Störungen, jedoch sind laut Literatur deutlich weniger von ihnen betroffen. Doch woran liegt dieses Phänomen? Diskutiert werden zur Zeit u. a. Gene, Hormone… und die momentan vorliegenden Diagnosekriterien.

Womöglich gibt es Risikogene für Autismus. Diese scheinen laut aktuellem Forschungsstand vorwiegend auf dem X-Chromosom zu liegen. Da Jungen jedoch lediglich ein X-Chromosom besitzen, können sie das Gen nicht durch ein anderes Allel, d.h. eine andere Zustandsform dieses Gens, kompensieren. Bei Mädchen gibt es hingegen ein zweites X-Chromosom mit einem weiteren entsprechenden Allel, sodass eine Kompensation als möglich erscheint. Diese Annahmen müssen in Zukunft jedoch durch weitere Forschungsarbeit überprüft werden.

Auch könnte es sein, dass das Hormon Testosteron mit der höheren Zahl an Autismusfällen bei Jungen in Zusammenhang steht. So gibt es erste Studien, die beispielsweise einen höheren Testosteronspiegel bei einem Fötus mit mehr Autismussymptomen im späteren Leben in Verbindung bringen konnten.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass Mädchen durch das bisher bestehende Diagnoseraster fallen: Einer Übersichtsstudie einer Forschergruppe um Patricia Van Wijngaarden-Cremers zufolge unterscheiden sich die Symptome bei Mädchen und Jungen. So haben zwar beide Geschlechter anscheinend soziale und kommunikative Probleme, jedoch scheinen bei Mädchen die Interessengebiete weniger eingeschränkt und die für Autismus typischen, sich wiederholenden Verhaltensrituale weniger ausgeprägt zu sein. Es wird vermutet, dass Mädchen auch ihre kommunikativen Probleme besser kaschieren können, sodass diese in der Gesellschaft kaum noch auffallen.

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Mehr zum Thema „Autismus bei Mädchen“ finden Sie im Literaturbestand der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek.

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Neue Richtlinien zur Diagnose von Autismus

7. März 2014 – 10:10 wal (721x aufgerufen)

Vier Ă„pfel in einer Reihe. Einer ist rot, die anderen grĂĽn.Die neueste Auflage des DSM – das DSM-5- bringt fĂĽr Kliniker viele Neuerungen mit sich. Eine dieser Ă„nderungen steht zur Zeit heftig in der Kritik: Die Richtlinien zur Diagnose von Autismus. Gab es im DSM-IV-TR noch drei Subgruppen: Autistische Störung, Asperger-Störung und eine Restkategorie fĂĽr tiefgreifende Entwicklungsstörungen, die nicht weiter spezifiziert sind, werden die verschiedenen Störungsbilder im DSM-5 nun nur noch als Autismus-Spektrum-Störung zusammengefasst. Die betroffenen Patienten werden nur noch anhand der Schwere ihrer Symptome eingeordnet. Neben der Autismus-Spektrum-Störung gibt es nun die neue Kategorie „social communication disorder“. Hierunter fallen Patienten, die Einschränkungen in der verbalen und nonverbalen Kommunikation aufweisen.

Kritiker sehen genau in dieser Entwicklung ein Problem: Aufgrund der neuen Diagnosekriterien für Autismus kann es passieren, dass viele Patienten mit Autismus-Spektrum-Störung nicht mehr richtig diagnostiziert werden und so keinen Zugang zur notwendigen Therapie erhalten. Diese Befürchtung wird durch Literatursichtungen und einer Metaanalyse gestützt.

 

Das DSM wird von der American Psychiatric Association herausgegeben und liegt mittlerweile in der 5. Auflage vor. Es handelt sich hierbei um ein Klassifikationssystem, das zur Diagnose psychischer Störungen zu Rate gezogen wird.

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Das DSM-5 ist aus dem Literaturbestand der Saarländischen Universitäts-und Landesbibliothek entleihbar.

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Bildquelle: © JMG / pixelio.de

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FrĂĽh eingeschulte Kinder tappen in die ADHS-Falle

20. März 2012 – 13:18 tom (1311x aufgerufen)

Eine groß angelegte Studie bestätigt, was Experten bereits befürchtet haben: ADHS wird oft falsch diagnostiziert – unreifes Verhalten wird als krankhaft gedeutet.

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Bildquelle: © Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

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Angststörungen bei Kindern

8. März 2011 – 08:30 tom (2695x aufgerufen)

Manche Kinder haben sehr viel zu erzählen, aber bleiben in der Schule oder anderen sozialen Situationen einfach still. Vielleicht sind sie nicht einfach nur schüchtern, sondern haben eine Angststörung. Je früher diese diagnostiziert wird, umso besser.

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