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Studie: Wie stabil sind Erinnerungen?

2. Oktober 2014 – 10:30 wal (693x aufgerufen)

644109_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.deSchwelgen wir in unseren eigenen Erinnerungen, so gewinnt man schnell den Eindruck, dass bestimmte Erfahrungen mit positiven und andere mit negativen Emotionen verbunden sind. Die Verbindung zwischen Emotion und Erinnerung erweckt dabei den Anschein, relativ stabil zu sein.

Neuen Forschungsergebnissen zufolge scheinen Erinnerungen jedoch gar nicht so unveränderlich zu sein, wie bisher angenommen: Forschern aus den USA ist es gelungen, gerade diese Verbindung zwischen der Erinnerung an sich und den damit verbundenen Emotionen zu manipulieren.

Um den Versuch durchf√ľhren zu k√∂nnen, wurden zun√§chst die Hippocampi von M√§usen mit Hilfe eines Proteins ver√§ndert. Das Protein kann durch Licht aktiviert werden. Bei einer solchen Aktivierung speichert der Hippocampus Erinnerungen ein, die wiederum durch Lichteinstrahlung abgerufen werden k√∂nnen. Die M√§use wurden nun in zwei Gruppen eingeteilt: Ein Teil der M√§use machte eine schlechte Erfahrung, der andere eine positive. Zwei Tage sp√§ter wurde √ľberpr√ľft, inwieweit die Erinnerungen eingepr√§gt wurden. Hierzu erhielten die Tiere einen Lichtimpuls in einer neutralen Umgebung. W√§hrend die M√§use mit positiven Erinnerungen keine Angst zeigten, war diese Emotion bei den M√§usen mit negativer Erinnerung stark ausgepr√§gt.

In einem zweiten Studienabschnitt sollte nun die Verkn√ľpfung zwischen Emotion und Erinnerung umgekehrt werden: Die M√§use wurden √ľber einen l√§ngeren Zeitraum Lichteinstrahlung ausgesetzt, w√§hrend sie an den Ort gesetzt wurden, an dem sie ihre Erinnerung erworben haben. Im Gegensatz zum ersten Experimentalabschnitt wurden sie nun aber der entgegengesetzten Erfahrung ausgesetzt,¬† d.h. eine Maus mit negativ gef√§rbter Erinnerung machte nun beispielsweise eine positive Erfahrung. Es zeigte sich, dass die zuvor gebildete Verbindung zwischen Erinnerung und Emotion nun die gegenteilige Auspr√§gung annahm.

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Bildquelle: © Rainer Sturm / pixelio.de

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Kindesmisshandlungen und ihre Langzeitfolge f√ľr das Gehirn

21. November 2013 – 00:01 wal (765x aufgerufen)

Ein Stofftier liegt verlassen auf dem Straßenasphalt.

Misshandlungen in der Kindheit scheinen Auswirkungen auf neuronale Schaltkreise des Gehirns zu haben. Zur Untersuchung dieses Ph√§nomens wurde in einer Versuchsreihe an der University of Wisconsin 64 jungen Probanden ein Fragebogen vorgelegt, der zur Einsch√§tzung des Vorliegens von Kindheitstraumata diente. Die Ergebnisse legten die Vermutung nahe, dass manche der Versuchsteilnehmer in ihrer Kindheit wirklich das Opfer von Misshandlungen wurden. In einem zweiten anschlie√üenden Schritt wurden spezielle MRT-Aufnahmen der Probanden erstellt, um die St√§rke der neuronalen Verbindungen zwischen den verschiedenen Gehirnarealen zu messen. Schwerpunkt der Forscher lag hierbei auf dem Pr√§frontalen Cortex, der Amygdala und dem Hippocampus. Alle drei Regionen sind an der Verarbeitung von Angst beteiligt. Normalerweise besteht zwischen dem Pr√§frontalen Cortex und der Amygdala eine starke neuronale Verbindung, die gelegentlich Input von der Hippocampusstruktur erh√§lt. Der Hippocampus fungiert hierbei als eine Art „Entscheidungshelfer“ bei der Frage, inwieweit eine Situation als potentiell gef√§hrlich einzustufen ist. Bei den Probanden, die in fr√ľhen Jahren vermutlich Opfer von Misshandlungen wurden, waren diese Verbindungen ( Hippocampus- Pr√§frontaler Cortex und bei M√§dchen zust√§zlich die Verbindung zwischen pr√§frontalem Cortex und Amygdala) jedoch nicht so stark ausgepr√§gt. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass der Angstkreislauf bei Misshandlungsopfern nicht optimal funktioniert. Dies k√∂nnte die generelle Besorgnis der Patienten oder aber auch ihr Neigung zu Depressionen und Angstst√∂rungen erkl√§ren.

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Bildquelle: © Lisa Spreckelmeyer / pixelio.de

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