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Auch wenn die Muttersprache nicht gesprochen wird: Das Gehirn erinnert sich.

4. Dezember 2014 – 00:01 wal (539x aufgerufen) |

Die erste Sprache, die ein Kind hört, prägt sich in der Regel besonders ein. Nach und nach lernt das Kind in seiner Entwicklung, die Sprache selbst zu sprechen. Doch was passiert, wenn das Kind die Muttersprache gar nicht sprechen kann, sei es, weil es beispielsweise später in einem anderen Land aufgezogen wurde? Mit dieser Frage beschäftigten sich kanadische Forscher um Lara J. Pierce im Rahmen einer Studie.

Untersucht wurden 48 weibliche Versuchspersonen zwischen neun und 17 Jahren, die sich in drei Gruppen unterteilen ließen: Eine Gruppe war einsprachig mit Französisch aufgewachsen, eine weitere Gruppe kam ursprünglich aus einer chinesischen Familie, wurde jedoch sehr früh schon von einer französischsprachigen Familie adoptiert. Die dritte Gruppe war zweisprachig mit Französisch und Chinesisch aufgewachsen. Während die Probanden im fMRT lagen, wurden ihnen Tonaufnahmen vorgespielt, die charakteristische Laute, wie sie in der chinesischen Sprache vorkommen, enthielten.

Es zeigte sich, dass bei beiden Probandengruppen, die früh der chinesischen Sprache ausgesetzt wurden, die gleichen Hirnareale erhöhte Aktivität zeigten. Dieses Muster konnte bei den einsprachig französisch aufgewachsenen Probanden nicht festgestellt werden. Die Forschergruppe deutete die Ergebnisse so, dass die Muttersprache auch dann im Gehirn über die Zeit erhalten bleibt, wenn sich bereits gar nicht mehr bewusst an sie erinnert oder sie nicht mehr gesprochen wird.

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