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Die Angst im Blick

13. November 2014 – 00:01 wal (647x aufgerufen) |

Schon siebenmonatige Kinder sind scheinbar dazu in der Lage, ängstliche Blicke unbewusst zu deuten. Diese unbewusste Deutung scheint auf Grundlage der momentanen Form der Sklera, d. h. dem Teil der Lederhaut, der für uns als Betrachter als das „Weiße im Auge“ wahrgenommen wird, zu beruhen. Hierauf weisen zumindest neueste veröffentlichte Forschungsergebnisse des Max-Planck-Institutes für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig hin:

In einer Studie wurden siebenmonatigen Kindern jeweils Augenpaare präsentiert. Wichtig hierbei: Von den Augenpaaren war jeweils nur die Sklera zu sehen. Die Augenpaare waren so angeordnet, dass sie entweder an dem Probanden vorbeischauten oder ihn direkt anblickten; außerdem variierte die durch die Augen vermittelte Emotion, so zeigten einige Augenpaare einen ängstlichen Ausdruck, während andere beispielsweise eine fröhliche Mimik aufwiesen. Jedes Bild wurde etwa 50 ms präsentiert. Während die Kinder die Stimuli betrachteten, wurde ein EEG aufgezeichnet.

Die Kinder zeigten stärkere elektrische Potentiale in frontalen Hirnregionen, wenn sie ängstliche Augen sahen im Vergleich zur Betrachtung anderer Augenpaare. Besonders stark war die Aktivierung dabei dann, wenn die Kinder von den Augen direkt angeblickt wurden.

Aufgrund ihrer Ergebnisse vermuteten die Forscher, dass Kinder bereits ab dem siebten Lebensmonat, in der Lage sind, unbewusst ängstliche Blicke zu deuten.

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