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Archiv November, 2014

Geschwisterbeziehungen: Prägend ein Leben lang

27. November 2014 – 00:01 wal (653x aufgerufen)

Kaum jemand hat so einen gro√üen Einfluss auf uns wie unsere Geschwister. Von klein auf begleiten sie uns durch unser Leben. Dabei wird gespielt, gestritten, sich vertragen oder auch mal sich verpetzt. So k√∂nnen beispielsweise soziale Kompetenzen erworben werden. Ist¬† die Beziehung der beiden Geschwister gut zueinander, so hat diese einen (zwar kleinen) Effekt auf die Entwicklung der beiden. So sind sie zum Beispiel meist in sp√§teren Jahren widerstandsf√§higer gegen√ľber negativer Ereignisse.

Doch was passiert, wenn diese Beziehung eher negativ ist? Den Ergebnissen einer Metaanalyse zufolge hat dies einen größeren und negativen Effekt auf die Entwicklung der beiden Kinder. Gerade die emotionale Entwicklung scheint davon betroffen zu sein. So scheinen Kinder aus negativen Geschwisterbeziehungen eher depressiver, ängstlicher oder aggressiver zu reagieren, wenn sie vor schwierige Aufgaben gestellt werden und haben eine niedriger ausgebildete Sozialkompetenz.

Ergebnisse einer Studie der University of New Hampshire weisen darauf hin, dass gerade Geschwisterbeziehungen, die von ständigen Aggressionen geprägt sind, schaden können. So deuteten die Ergebnisse beispielsweise an, dass der aggressivere Geschwister eine höhere Wahrscheinlichkeit hat, später in die Drogenszene oder in kriminelle Aktivitäten verwickelt zu werden. Der andere Geschwisterteil, der den Aggressionen ständig ausgesetzt ist, neigt den Ergebnissen zufolge dahingegen eher dazu, später Depressionen oder Angststörungen zu entwickeln.

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Die Gier nach mehr

26. November 2014 – 00:01 wal (538x aufgerufen)

Sind gierige Menschen eher dazu bereit, riskantes Verhalten zu zeigen als Menschen, die weniger gierig sind? Dieser Frage ging eine Forschergruppe der Universit√§t W√ľrzburg im Rahmen einer Studie nach. Hierzu wurde zun√§chst mittels Fragebogen erhoben, wie gierig die Probanden sind. In einem zweiten Schritt wurden dann die Versuchsteilnehmer vor eine Aufgabe gestellt: In einer PC-Simulation sollte ein Luftballon m√∂glichst prall aufgef√ľllt werden. Je mehr Luft in den Luftballon gef√ľllt wurde, desto mehr konnte man gewinnen; gleichzeitig stieg jedoch auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Luftballon platzen k√∂nnte. W√§hrend der gesamten Aufgabe wurde eine EEG-Messung durchgef√ľhrt.

Es zeigte sich, dass Teilnehmer mit erhöhten Gierwerten den Luftballon stärker aufbliesen als Teilnehmer mit niedrigeren Werten. Auch unterschieden sich die Probanden im EEG: Das Gehirn meldet normalerweise nach Erledigen einer Aufgabe ein Feedback. Dieses differenziert je nachdem, ob das Ergebnis besser oder schlechter als erhofft war. Während dieser Prozess bei Versuchspersonen mit niedrigen Gierwerten auftrat, war dies bei Probanden mit höheren Werten nicht der Fall.

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Vorteil Zweisprachigkeit

25. November 2014 – 00:01 wal (548x aufgerufen)

Zweisprachigkeit hat scheinbar mehr Vorteile, als bisher gedacht. Neben positiven Aspekten in der Kommunikation scheinen auch bestimmte Denkprozesse besser abzulaufen. Diesen Schluss legen zumindest die Ergebnisse einer US-amerikanischen Studie nahe. Die Studie fokussierte sich auf den Prozess, der abl√§uft, wenn wir Sprache h√∂ren. Wird beispielsweise das Wort Baum genannt, l√§uft in unserem Gehirn bei Erklingen des ersten Buchstabens bereits die Suche nach m√∂glichen Worterg√§nzungen ab. So k√∂nnte z. B. „Ba“ auch mit „ll“ erg√§nzt werden, sodass sich das Wort „Ball“ ergibt. Erst wenn das gesprochene Wort vollst√§ndig ausgesprochen wurde, kommt es zu einer Unterdr√ľckung fehlerhafter Antwortalternativen. Bei zweisprachigen Personen erscheint der Vorgang schon komplexer: Hier m√ľssen nicht nur die falschen Antwortalternativen der einen Sprache unterdr√ľckt werden, sondern auch die der anderen Sprache.

Im Rahmen der Studie wurden nun bilingual aufgewachsene als auch einsprachige Probanden in einem Hirnscanner untersucht, w√§hrend sie vor der Aufgabe standen, ein passendes Bild zu einem geh√∂rten Wort zu suchen. W√§hrend der Audiopr√§sentation wurde den Versuchspersonen vier Bilder gezeigt, von denen eines die Bedeutung des Wortes repr√§sentierte. Alle anderen Bilder zeigten entweder etwas anderes oder einen Gegenstand, der in gesprochener Form √Ąhnlichkeiten zur pr√§sentierten Audioaufnahme aufwies.

Ergebnis: Bei den monolingualen Versuchspersonen wurden bei gleichzeitiger Pr√§sentation eines Bildes mit √§hnlicher Aussprache und eines Bildes, das das gesprochene Wort repr√§sentierte, unterschiedliche -f√ľr die Handlungskontrolle relevante- Hirnareale aktiv, w√§hrend das bei den bilingualen Versuchspersonen nicht zutraf. Die Forscher deuteten die Ergebnisse so, dass diese Begriffsunterscheidung bei bilingualen Probanden trainierter ist und damit besser abl√§uft.

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Mehr zum Thema „Bilingualit√§t und Kognition“ finden Sie im Literaturbestand der Saarl√§ndischen Universit√§ts- und Landesbibliothek.

Buchtipp

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Spruch der Woche

24. November 2014 – 00:01 wal (554x aufgerufen)

„Jedermann klagt √ľber sein Ged√§chtnis, niemand √ľber seinen Verstand.“

François de La Rochefoucauld (1613-1680), französischer Literat.

 

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Fr√ľher Gruppenzwang

20. November 2014 – 00:01 wal (632x aufgerufen)

Schon fr√ľh lernen Kleinkinder, Probleme zu l√∂sen, indem sie andere in derselben Situation beobachten und das gezeigte Verhalten nachahmen. Diese Art des Lernens wird Beobachtungslernen genannt. Doch gibt es auch die Situation, dass ein Kind selbst auf eine eigene L√∂sung eines Problems kommt. Beh√§lt es dann das Verhalten bei, wenn es andere Kinder sieht, die eine Aufgabenstellung anders gel√∂st haben? Dieser Problemstellung sind Forscher des Max-Planck-Institutes f√ľr evolution√§re Anthropologie in Leipzig im Rahmen einer Studie nachgegangen.

Das Experiment wurde mit zweij√§hrigen Kindern und Menschenaffen durchgef√ľhrt. Beide Gruppen wurden in ihrem Verhalten miteinander verglichen. Die Aufgabe bestand darin, dass die Probanden einen Ball in eine Kiste werfen sollten, die in drei verschiedene Bereiche eingeteilt war. Traf der Ball einen ganz bestimmten Bereich, wurde die Versuchsperson mit einer S√ľ√üigkeit. Im Anschluss wurden andere Kinder hinzugezogen, die den Ball allerdings in einen anderen Bereich der Kiste warfen und trotzdem daf√ľr belohnt wurden. Die Kinder standen nun vor der Aufgabe, vor den anderen Gruppenmitgliedern den Ball in die Kiste zu werfen. Der Versuchsaufbau f√ľr die Menschenaffen war analog zu dem oben beschrieben Verfahren.

Es zeigte sich, dass die Kinder in mehr als 50% der Fälle das Verhalten der Gruppenmitglieder imitierten, obwohl sie ebenfalls eine erfolgreiche Strategie erworben hatten. Menschenaffen hingegen zeigten weniger Anpassung an das Verhalten der anderen. Durften die Kinder jedoch den Ball nach der Beobachtung ohne Zuschauer in die Kiste werfen, behielten sie ihre Ursprungsmethode eher bei.

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Buchtipp: Milgram at 50: exploring the enduring relevance of psychology’s most famous studies

19. November 2014 – 00:01 wal (610x aufgerufen)

Kaum ein Experiment der Psychologie ist so popul√§r wie das Milgram-Experiment. Nun wurde zum Anlass des 50. Jahrestages der ersten gr√∂√üeren Publikation von Stanley Milgram in dem Journal „Journal of social issues“ eine komplette Ausgabe Milgrams Experimenten gewidmet. Dabei werden die Arbeiten auch noch einmal kritisch durchleuchtet. So besch√§ftigt sich die Ausgabe unter anderem mit den Fragen nach den moralischen Aspekten in Milgrams Studien oder er√∂ffnet neue und aktuelle Perspektiven auf das Thema.

 

Das Milgram-Experiment gilt als die Paradestudie, wenn es darum geht, inwiefern Menschen zu Gehorsam gegen√ľber Autorit√§ten bereit sind und welche Misshandlungstaten aus diesem Obrigkeitsgehorsam entstehen k√∂nnen.

Buchtipp

Die Journalausgabe ist aus dem Literaturbestand der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek entleihbar.

 

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F√ľhrt Schichtarbeit zu kognitiven Einbu√üen?

18. November 2014 – 00:01 wal (627x aufgerufen)

Dass Schichtarbeit nicht unbedingt zutr√§glich f√ľr die Gesundheit ist, ist schon seit l√§ngerem bekannt. Forscher der Universit√© de Toulouse-CNRS fanden jedoch nun Hinweise, dass auch kognitive Leistungen durch den st√§ndigen Schichtwechsel in Mitleidenschaft gezogen werden k√∂nnen. Im Rahmen der Langzeitstudie wurden √ľber 3000 Probanden zwischen 32 – 62 Jahren untersucht, die entweder selbst schon Erfahrungen mit Schichtarbeit gemacht hatten oder nie damit in Ber√ľhrung gekommen sind. Die erste Testung der Versuchspersonen fand 1996 statt und enthielt drei verschiedene Aufgaben: Zun√§chst wurden die Teilnehmer gebeten, sich eine Liste mit W√∂rter zu behalten. Der n√§chste Part √ľberpr√ľfte, wie gut die Probanden in der Lage waren, festgelegte Buchstaben aus einer Buchstabenmenge zu finden. In der dritten Aufgabe wurden sie gebeten, Beziehungen zwischen Zahlen und Buchstaben zu generieren. Die Tests wurden durch ein Zeitlimit begrenzt und fanden noch einmal in den Jahren 2001 und 2006 statt.

Die Probanden im Schichtdienst wurden immer im Vergleich zu gleichaltrigen Probanden ohne Schichtdienst betrachtet. Es zeigte sich, dass Probanden, die unter zehn Jahre im Schichtdienst arbeiteten, keine Einbu√üen in ihren kognitiven Leistungen zeigten, wohl aber die Teilnehmer, die schon l√§nger als zehn Jahre in Schichten arbeiteten. Defizite fanden sich hier vor allem in Ged√§chtnis- und Informationsverarbeitungsf√§higkeiten. Diese F√§higkeiten waren in dieser Gruppe auf dem selben Niveau wie die der sechseinhalb Jahre √§lteren Arbeitnehmer ohne Schichtdienst. Es war dabei unerheblich, ob es sich um einfache Angestellte oder in der Hierarchie h√∂her stehende Schichtarbeiter handelte. Erst nach etwa 5 Jahren ohne Schichtwechsel schienen die negativen Auswirkungen auf die kognitiven Leistungen wieder zur√ľckzugehen.

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Spruch der Woche

17. November 2014 – 00:01 wal (510x aufgerufen)

„Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gel√∂st werden will.“

Galileo Galilei (1564-1642), italienischer Physiker, Mathematiker, Philosoph und Astronom.

 

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Die Angst im Blick

13. November 2014 – 00:01 wal (692x aufgerufen)

Schon siebenmonatige Kinder sind scheinbar dazu in der Lage, √§ngstliche Blicke unbewusst zu deuten. Diese unbewusste Deutung scheint auf Grundlage der momentanen Form der Sklera, d. h. dem Teil der Lederhaut, der f√ľr uns als Betrachter als das „Wei√üe im Auge“ wahrgenommen wird, zu beruhen. Hierauf weisen zumindest neueste ver√∂ffentlichte Forschungsergebnisse des Max-Planck-Institutes f√ľr Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig hin:

In einer Studie wurden siebenmonatigen Kindern jeweils Augenpaare präsentiert. Wichtig hierbei: Von den Augenpaaren war jeweils nur die Sklera zu sehen. Die Augenpaare waren so angeordnet, dass sie entweder an dem Probanden vorbeischauten oder ihn direkt anblickten; außerdem variierte die durch die Augen vermittelte Emotion, so zeigten einige Augenpaare einen ängstlichen Ausdruck, während andere beispielsweise eine fröhliche Mimik aufwiesen. Jedes Bild wurde etwa 50 ms präsentiert. Während die Kinder die Stimuli betrachteten, wurde ein EEG aufgezeichnet.

Die Kinder zeigten stärkere elektrische Potentiale in frontalen Hirnregionen, wenn sie ängstliche Augen sahen im Vergleich zur Betrachtung anderer Augenpaare. Besonders stark war die Aktivierung dabei dann, wenn die Kinder von den Augen direkt angeblickt wurden.

Aufgrund ihrer Ergebnisse vermuteten die Forscher, dass Kinder bereits ab dem siebten Lebensmonat, in der Lage sind, unbewusst ängstliche Blicke zu deuten.

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Einmal 15 Minuten Therapie zum Mitnehmen bitte

12. November 2014 – 00:01 wal (662x aufgerufen)

Therapie f√ľr unterwegs? Klingt zun√§chst einmal sehr merkw√ľrdig. In Schweden l√§uft jedoch eine Aktion, die genau das erm√∂glicht. In Stockholm haben Fahrg√§ste mancher Taxis zur Zeit die M√∂glichkeit, w√§hrend ihrer Taxifahrt mit einem Psychotherapeuten zu sprechen, wenn sie dies denn w√ľnschen. Der Dienst ist kostenlos.

Die Aktion wird vom gr√∂√üten Taxiunternehmen Stockholms durchgef√ľhrt und soll dem Unternehmen vermutlich dazu dienen, seine Postion auf dem hart umk√§mpften Taximarkt in Schweden zu st√§rken. Die dabei eingesetzten Therapeuten sind ausgebildete Psychotherapeuten, die sich von der Aktion erhoffen, vielen Stockholmern √ľber ihre gedr√ľckte Laune aufgrund des dunklen Winters hinwegzuhelfen, aber auch den Fahrg√§sten neue Blickwinkel auf ihre Problemlagen zu erm√∂glichen.

Eine Psychotherapie kann die kurze Sitzung im Taxi allerdings nicht ersetzen. Inwieweit die Sitzung dennoch eine Wirkung zeigt, bleibt unklar.

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