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Vergeben hat Einfluss auf die Erinnerung

21. Mai 2014 – 09:58 wal (545x aufgerufen) |

502670_web_R_K_B_by_Wilhelmine Wulff_pixelio.de„Vergeben und vergessen“. So ein Sprichwort. Doch was ist wirklich daran? Vergessen wir schneller, wenn wir anderen vergeben? Dieser Frage hat sich eine Studie der University of St. Andrews in Schottland gewidmet: Versuchsteilnehmer wurden vor die Aufgabe gestellt, 40 Szenarios zu lesen, die soziales Fehlverhalten beschrieben, so zum Beispiel SeitensprĂĽnge oder Diebstähle. Im Anschluss mussten die Vergehen bewertet und entschieden werden, inwieweit man selbst in der Rolle des Opfers dem Täter verzeihen wĂĽrde.

Nach einer Verzögerung von mindestens einer Woche wurden die Probanden ein zweites Mal einbestellt, um einen Teil der Texte wiederzulesen. In diesem Durchgang jedoch waren die Szenarios mit neutralen Cuewörtern gepaart. Diese Paarungen mussten gelernt werden. Anschließend wurden die Cuewörter wieder gezeigt, jedoch entweder in grüner oder in roter Farbe. War der  Cue rot, so sollten die Probanden nicht an das passende Szenario denken, war er grün, sollten sie den entsprechenden Text memorieren. Diese Vorgehensweise der Versuchsleiter zielte darauf ab, die Versuchsteilnehmer spezifische Informationen vergessen zu lassen.

Es zeigte sich, dass die Probanden, die in der ersten Sitzung den Tätern verziehen hätten, auch eher die Details der Tat vergaßen, wenn sie dazu aufgefordert wurden. Dieses Phänomen konnte jedoch nicht beobachtet werden, wenn es keine derartige Anweisung gab. Konträr dazu gab es in der Gruppe, die den Fehltritt nicht vergeben hätte, keine solche Beobachtung.

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Bildquelle: © Wilhelmine Wulff / pixelio.de

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