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Archiv MĂ€rz, 2014

Schuldig?!

31. MĂ€rz 2014 – 12:28 wal (826x aufgerufen)

Eine sitzende Person hÀlt den Kopf in den HÀnden.Es handelt sich hierbei um eine Figur.

Wie treffsicher erkennen Menschen LĂŒgen? Und kann man LĂŒgen wirklich aufgrund Ă€ußerer Anzeichen wie schwitzende HĂ€nde, abdriftende Augen oder Zittern erkennen? Das Forschungsfeld zu diesem Problem ist groß. So ermittelten neuere Studien Werte, die teilweise unter dem Zufallsniveau lagen, wenn es darum ging, wie sicher Probanden eine LĂŒge erkannten oder nicht. Konkret heißt das, dass die Testpersonen die LĂŒge scheinbar mit einer höheren Wahrscheinlichkeit entdeckt hĂ€tten, wenn sie einfach nur geraten hĂ€tten.

Inwieweit nun die Treffsicherheit beeinflusst wird, wenn die Versuchspersonen auf Ă€ußere Erscheinungen achten, damit beschĂ€ftigt sich eine Studie der University of Berkeley. Die Hypothese der Forscher: Wird bei der LĂŒgenentdeckung auf Ă€ußere Anzeichen des potentiellen LĂŒgners geachtet, könnten diese Informationen sogar eher in die Irre fĂŒhren.
Um diese Hypothese zu testen, wurden 12 Probanden in einen Raum mit einem Briefumschlag gefĂŒhrt, der 100 US-Dollar enthielt und eine der beiden Anweisungen, das Geld entweder zu stehlen oder an Ort und Stelle zu lassen. Nach erledigen dieser Aufgabe wurde ein Verhör durch den Versuchsleiter durchgefĂŒhrt, das widerum auf Video aufgezeichnet wurde. Die Videos wurden nun in einem ersten Versuchsteil 72 weiteren Versuchspersonen gezeigt, die nun entscheiden mussten, inwieweit nun gelogen wurde oder nicht.

In diesem Versuchsabschnitt versagten die Teilnehmer.

In einem zweiten Versuchspart wurden die Probanden nun gebeten, Fotos und Namen der Diebe oder Unschuldigen mit Wörtern wie „ehrlich“ oder „verschlagen“ zu verbinden. Hierbei wurden mit den LĂŒgnern eher negative Begriffe, mit den Unschuldigen eher positive Begriffe in Verbindung gebracht.

Dieses Ergebnis wird von den Forschern dahingegend interpretiert, dass die unbewussten Prozesse bei der LĂŒgendetektion besser funktionieren als die bewussten.

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Bildquelle: © Joachim Berga/ pixelio.de

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Spruch der Woche

31. MĂ€rz 2014 – 00:01 wal (491x aufgerufen)

KirchentĂŒr

„Es ist ein Gesetz im Leben: Wenn sich eine TĂŒr vor uns schließt, öffnet sich eine andere. Die Tragik jedoch ist, dass man meist nach der geschlossenen TĂŒr blickt und die geöffnete nicht beachtet.“

André Gide (1869-1951), französischer Schriftsteller.

Bildquelle: © Katharina Wieland MĂŒller

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Buchtipp: Moving Images: Psychoanalytic reflections on film

28. MĂ€rz 2014 – 11:13 wal (788x aufgerufen)

Drei Filmrollen und eine Szenenklappe

Andrea Sabbadini widmet sich in seinem neusten Buch „Moving Images: Psychoanalytic reflections on film“ psychoanalytischen Inhalten in Filmen. Dabei werden sowohl jĂŒngere, als auch Ă€ltere Werke beleuchtet. Die Spanne reicht hierbei von Filmen Hitchcocks ĂŒber „Pan’s Labyrinth“ bis hin zu Meirelles „City of God“

Der Autor ist sowohl Mitglied als auch Publikationsdirektor der British Psychoanalytical Society sowie Direktor des European Psychoanalytic Film Festival.

Das Buch ist aus dem Bestand der SaarlÀndischen UniversitÀts- und Landesbibliothek entleihbar.

Buchtipp

Bildquelle: © Tony Hegewald / pixelio.de

 

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SĂŒchtig nach neuen Medien

28. MĂ€rz 2014 – 10:13 wal (792x aufgerufen)

Tastatur eines Computers.

Einer neuen Studie zufolge, die vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegeben wurde, sind 1% aller BundesbĂŒrger zwischen 14 und 64 Jahren internetabhĂ€ngig. Problematisch hierbei: Die Sucht wird nicht voll als Krankheit anerkannt. WĂ€hrend im DSM-5 neuerdings Kriterien zur Diagnose einer Computerspielsucht angegeben werden – mit dem Hinweis auf weiteren Forschungsbedarf-, sucht man die Diagnose im ICD-10 vergeblich. Nach diesem System rechnen sowohl Ärzte als auch Psychologen in Deutschland ihre Leistungen ab.

Betroffene leiden oft unter Kontrollverlust, Entzugssymptomen oder aber tÀuschen ihre Angehörigen.

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Mehr zum Thema Computerspielsucht finden Sie im Literaturbestand der SaarlÀndischen UniversitÀts- und Landesbibliothek.

Buchtipp

Bildquelle: © Rainer Sturm / pixelio.de

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Ich lĂŒge nur, wenn du lĂŒgst

28. MĂ€rz 2014 – 09:39 wal (729x aufgerufen)

Kaubonbons in verschiedenen Farben.

Ehrlichkeit gilt als Tugend. Schon den Kleinsten wird eingetrichtert, dass sie ehrlich handeln und nicht lĂŒgen sollten. Und das, obwohl viele ihrer Erziehungsberechtigten selbst ihre Kinder schon einmal belogen haben. Doch haben LĂŒgen der Eltern Auswirkungen auf die Erziehung ihrer SchĂŒtzlinge? Was bringt Kinder dazu, zu lĂŒgen? Mit diesem Thema befasst sich eine Studie der University of California in San Diego.

Im Rahmen des Versuchsaufbaus sollten Kinder erraten, welches Stofftier sich unter einem Tuch befindet. Als Hinweis wurden Melodien gespielt, die entweder auf Winnie Puuh, das KrĂŒmelmonster oder Elmo (Figur aus der Sesamstraße) hindeuteten. In einem dritten Durchgang wurde jedoch „FĂŒr Elise“ gespielt, sodass die Kinder keine Assoziation dazu bilden konnten, welches Stofftier denn nun unter dem Tuch lag. Nun ging der Versuchsleiter aus dem Raum, sodass die Kinder die Möglichkeit bekamen, heimlich nachzuschauen. Dieser Teil des Versuchs war fĂŒr alle Probanden gleich. Der Unterschied zwischen der Experimental- und der Kontrollgruppe bestand darin, dass die Kontrollgruppe lediglich zur Teilnahme bei diesem Spiel aufgefordert wurde, wĂ€hrend die Experimentalgruppe mit dem Versprechen gelockt wurde, dass im Versuchslabor eine Schale Bonbons auf sie warten wĂŒrde. Dort angekommen, stellte sich die Abmachung als Finte heraus. Der Versuchsleiter gab sogar zu, gelogen zu haben, damit die Kinder mitspielten.

Wie wĂŒrde sich das Verhalten des Versuchsleiters auf die Handlungen der Kinder auswirken? Ergebnis: WĂ€hrend in der Kontrollgruppe nur 60% der 5-7 jĂ€hrigen Kinder unter das Tuch lugten, waren es in der Experimentalgruppe schon 80 %. Wurden sie darauf angesprochen, logen von den Kindern der ersten Gruppe, die nachgeschaut hatten, unter 60%. In der Experimentalgruppe waren es 90%.

Waren die Kinder jĂŒnger, schauten mehr als 80% der Versuchspersonen nach dem Stofftier. UnabhĂ€ngig von der Gruppenzugehörigkeit log etwa die HĂ€lfte den Versuchsleiter auf Nachfrage an.

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Mehr zum Thema „LĂŒgen und Kindheit“ finden Sie im Literaturbestand der SaarlĂ€ndischen UniversitĂ€ts- und Landesbibliothek.

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Bildquelle: © Petra Bork / pixelio.de

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Gestresst und gleichzeitig sozial?

27. MĂ€rz 2014 – 13:40 wal (631x aufgerufen)

TerminkalenderWenn Tiere gestresst sind, flĂŒchten sie oder bereiten sich auf eine Kampfreaktion vor. Nach gĂ€ngigen psychologischen Modellen sollte das beim Menschen im ĂŒbertragenen Sinn auch der Fall sein. Doch kann man das auf diese Weise verallgemeinern? Reagieren Frauen und MĂ€nner vielleicht unterschiedlich auf psychosozialen Stress?

Unter anderem mit dieser Frage befasst sich eine neue Studie der UniversitĂ€t Wien in Kooperation mit der UniversitĂ€t Freiburg und der Scuola Internationale Superiore di Studi Avanzati Triest. Die Hypothese: Menschen unter psychosozialem Stress agieren egozentrischer und zeigen damit weniger Empathie fĂŒr ihre Mitmenschen. Im Versuchsaufbau wurden daher je 40 Frauen und MĂ€nner in potentiell sehr stressige Situationen -dem öffentlichen Vortragen einer PrĂ€sentation sowie dem Rechnen schwerer Mathematikaufgaben unter Zeitdruck- gebracht. Um sicherzugehen, dass die Probanden auch wirklich akut gestresst waren, ermittelten die Forscher Cortisolwerte und die Pulsfrequenz der Studienteilnehmer. In einer Folgeaufgabe wurden die Versuchsteilnehmer dann gebeten, Aufgaben zur Empathie- und PerspektivenĂŒbernahme zu lösen. Ergebnis: WĂ€hrend MĂ€nner auf das Stressereignis hin mit einem verminderten Empathievermögen reagierten, war die Reaktion der Frauen umgekehrt. Die weiblichen Versuchspersonen zeigten im Rahmen der Stresssituation eine gesteigerte Empathie.

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Mehr zum Thema „Stress“ finden Sie im Bestand der SaarlĂ€ndischen UniversitĂ€ts- und Landesbibliothek.

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Bildquelle: © ro18ger/ pixelio.de

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Spruch der Woche

24. MĂ€rz 2014 – 00:01 wal (437x aufgerufen)

Wolken am Himmel.

„Wir machen alle immer wieder extreme Voraussagen auf der Basis von sehr wenig Informationen.“

Daniel Kahneman ( *1934), israelisch- US-amerikanischer Psychologe, WirtschaftsnobelpreistrÀger.

Bildquelle: © Rainer Sturm / pixelio.de

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Wenn Konsum zur Sucht wird

21. MĂ€rz 2014 – 14:55 wal (772x aufgerufen)

Ein Glas Alkohol und Tabletten.Warum fÀllt es sehr vielen Rauchern so schwer, mit dem Rauchen aufzuhören, wÀhrend Konsumenten anderer Drogen wie Kaffee nicht so schell in die AbhÀngigkeit geraten? Was passiert bei einer AbhÀngigkeit eigentlich in unserem Körper?

Im Mittelpunkt steht hierbei vor allem das menschliche Belohnungssystem im Gehirn. Durch den regelmĂ€ĂŸigen Konsum kommt es zu VerĂ€nderungen in Strukturen, die fĂŒr das Entstehen und Empfinden von Freude zustĂ€ndig sind, sowie in Regionen, die allgemein die Basis fĂŒr das sogenannte „SuchtgedĂ€chtnis“ bilden. Wichtig hierbei: Der Neurotransmitter Dopamin.

Bei der Entstehung der Sucht werden drei Punkte diskutiert. Zum einen ist das soziale Umfeld des Menschen wichtig. Konkret bedeutet das, inwieweit eine Droge und ihr Konsum innerhalb des sozialen Netzwerkes, in dem sich der Konsument bewegt, akzeptiert und eventuell sogar gefördert wird. Zum anderen ist die Wirkung der Droge wichtig: Welchen Effekt erzielt der Konsum im Gehirn und mit welchen Entzugserscheinungen ist zu rechnen? Ein dritter Faktor ist die genetische Grundausstattung des Menschen. Liegt eine starke genetische Veranlagung zu einer Sucht vor, steigt folglich auch das Suchtpotential einer Droge.

 

Dopamin gilt allgemein als GlĂŒckshormon. Es spielt eine wesentliche Rolle im menschlichen Belohnungssystem, aber auch bei Aspekten wie Antriebssteigerung und Motivation.

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Mehr zum Thema „Sucht“ finden Sie im Literaturbestand der SaarlĂ€ndischen UniversitĂ€ts- und Landesbibliothek.

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Bildquelle: © Lupo / pixelio.de

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Wenn sich die Sinne tÀuschen

19. MĂ€rz 2014 – 12:23 wal (505x aufgerufen)

Nach oben geöffnete Hand.Können unsere Sinne so getĂ€uscht werden, dass sie uns glauben machen, unser Körper bestĂ€nde aus Marmor? Einer neuen Studie der UniversitĂ€t Bielefeld zufolge scheint dies möglich zu sein. Die Forschergruppe um Irene Senna ließ Probanden ihre HĂ€nde vor sich auf einen Tisch legen und klopfte dann mit einem Hammer sanft auf eine der beiden HĂ€nde. Dabei wurde den Versuchspersonen via Kopfhörer der Klang eines Hammers, der auf Marmor trifft, vorgespielt. Nach nur wenigen DurchgĂ€ngen berichteten die Teilnehmer, dass sich die betroffene Hand unbeweglicher und schwerer anfĂŒhlen wĂŒrde. Auch der Hautwiderstand der Probanden verĂ€nderte sich entsprechend. Das PhĂ€nomen wurde von der Forschergruppe Marmorhand-Illusion genannt. Vermutlich entsteht die Illusion durch die Integration vieler verschiedener Sinneswahrnehmungen aus unterschiedlichen Sinnesorganen.

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Vom Leidensdruck einer Zwangsstörung

19. MĂ€rz 2014 – 09:43 wal (706x aufgerufen)

Eine Person wÀscht sich die HÀnde.

Ist der Herd wirklich aus? Sicher, dass die Kaffeemaschine nicht mehr an ist? Fast jeder hatte schon einmal das BedĂŒrfnis, nochmals zurĂŒckzulaufen und eine GerĂ€tschaft zu kontrollieren. Bei Menschen mit einer Zwangserkrankung geht dieses KontrollbedĂŒrfnis jedoch weit darĂŒber hinaus. Aus einem einmaligen Kontrollieren wird schnell ein Vielfaches. Den Betroffenen ist dabei bewusst, dass die ausgefĂŒhrten Handlungen oder die sich wiederholenden Zwangsgedanken sinnlos sind. Dennoch können sie sich nicht davon distanzieren.

Ursachen fĂŒr die Störung werden viele diskutiert: Von negativen Erfahrungen in der Kindheit bis hin zu erblichen Komponenten.

Dabei ist die Störung fĂŒr Betroffene kein Schicksal: ZwĂ€nge lassen sich im Rahmen einer Verhaltenstherapie behandeln. Von Fall zu Fall kann hierbei jedoch auch die Medikation von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern notwendig werden.

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Mehr zum Thema Zwangserkrankungen finden Sie im Literaturbestand der SaarlÀndischen UniversitÀts- und Landesbibliothek.

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Bilderquelle: © Andreas Hermsdorf / pixelio.de

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