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Wie verlässlich sind Augenzeugen?

31. Oktober 2013 – 00:01 wal (615x aufgerufen) |

Fernglas

Zeugenaussagen können einen Tatverdächtigen vor Gericht schwer belasten. Doch kann man sich wirklich auf sie verlassen? Allein in den letzten Jahren wurden in den USA mehrere hundert Fehlurteile aufgedeckt, bei denen 3/4 durch fehlerhafte Zeugenaussagen gestützt wurden. Es stellt sich die Frage, was die Qualität der Aussagen beeinflusst. In der Psychologie wurden hierzu einige Erkenntnisse gewonnen. So können z.B. Polizeibeamte oder Richter die Erinnerung eines Zeugen selbst ungewollt beeinflussen oder der Beobachter versucht fehlende Informationen selbst zu rekonstruieren, z.B. wenn er einen Unfall zwar mitbekommen, aber nicht den genauen Tathergang beobachtet hat. Auch der Ort der Aufmerksamkeit spielt eine Rolle. So kann es sein, dass Menschen, die mit einem Messer bedroht werden, sich nur schlecht an das Gesicht des Täters erinnern können, da sie in der Situation vor allem auf die Waffe geachtet haben.

Ebenfalls sehr fehleranfällig sind Gegenüberstellungen, bei denen ein potentieller Tatverdächtiger unter einer Gruppe von Line-ups gezeigt wird. Ein Experiment des Rechtspsychologen Gary Wells macht dies deutlich: Probanden sahen ein Video und sollten in einer darauffolgenden Gegenüberstellung einen „Täter“ wiedererkennen. Der Gesuchte war jedoch nicht unter den  Line-ups vertreten. Dennoch gaben fast 70 % der Probanden an, den Übeltäter zu erkennen.

 

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Bildquelle: © Lupo / pixelio.de

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