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Archiv Oktober, 2013

Wie verlässlich sind Augenzeugen?

31. Oktober 2013 – 00:01 wal (661x aufgerufen)

Fernglas

Zeugenaussagen k√∂nnen einen Tatverd√§chtigen vor Gericht schwer belasten. Doch kann man sich wirklich auf sie verlassen? Allein in den letzten Jahren wurden in den USA mehrere hundert Fehlurteile aufgedeckt, bei denen 3/4 durch fehlerhafte Zeugenaussagen gest√ľtzt wurden. Es stellt sich die Frage, was die Qualit√§t der Aussagen beeinflusst. In der Psychologie wurden hierzu einige Erkenntnisse gewonnen. So k√∂nnen z.B. Polizeibeamte oder Richter die Erinnerung eines Zeugen selbst ungewollt beeinflussen oder der Beobachter versucht fehlende Informationen selbst zu rekonstruieren, z.B. wenn er einen Unfall zwar mitbekommen, aber nicht den genauen Tathergang beobachtet hat. Auch der Ort der Aufmerksamkeit spielt eine Rolle. So kann es sein, dass Menschen, die mit einem Messer bedroht werden, sich nur schlecht an das Gesicht des T√§ters erinnern k√∂nnen, da sie in der Situation vor allem auf die Waffe geachtet haben.

Ebenfalls sehr fehleranf√§llig sind Gegen√ľberstellungen, bei denen ein potentieller Tatverd√§chtiger unter einer Gruppe von Line-ups gezeigt wird. Ein Experiment des Rechtspsychologen Gary Wells macht dies deutlich: Probanden sahen ein Video und sollten in einer darauffolgenden Gegen√ľberstellung einen „T√§ter“ wiedererkennen. Der Gesuchte war jedoch nicht unter den¬† Line-ups vertreten. Dennoch gaben fast 70 % der Probanden an, den √úbelt√§ter zu erkennen.

 

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Bildquelle: © Lupo / pixelio.de

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Wenn die unbewusste Motivation zu H√∂chstleistungen anregt…

30. Oktober 2013 – 09:11 wal (1028x aufgerufen)

Ortsschild mit dem Titel: "Motivation"

Wann sind Menschen hochmotiviert? Wie schaffen es z.B. Studenten √ľber Monate an einer Bachelor- oder Masterarbeit zu sitzen?

Laut Prof. Hugo Kehr ( Lehrstuhl Psychologie der Technischen Universit√§t M√ľnchen) gibt es drei Komponenten, die essentiell f√ľr die Motivation sind: Zum einen bewusste Motive und W√ľnsche, zum anderen unbewusste Grundmotive wie z.B. ein ausgepr√§gtes Machtmotiv und als drittes Element im Bunde die eigenen F√§higkeiten zur Bew√§ltigung der Aufgabe. Alle drei Bestandteile liegen bei hochmotivierten Menschen in ausreichender Form vor. Fehlt jedoch eine Komponente, muss der Mensch die Aufgabe wirklich ausf√ľhren wollen, um der T√§tigkeit auch nachzugehen.

Forscher der Technischen Universit√§t M√ľnchen haben auf dieser Grundlage untersucht, wie Motivation einen Einfluss auf den eigenen Willen nehmen kann. Das Experiment bestand aus zwei Teilen: Zuerst sollten die Probanden eine relativ unangenehme Aufgabe bew√§ltigen, danach wurden sie dazu angehalten, beim Anschauen eines Animationsfilms nicht zu lachen. Hypothese der Forscher: Menschen, die im ersten Teilexperiment eine hohe unbewusste Motivation mitbringen, sollten im zweiten Versuchsabschnitt das Lachen besser unterdr√ľcken k√∂nnen, da ihre Ressource Willenskraft nicht f√ľr die Bew√§ltigung der ersten Aufgabe ersch√∂pft wurde. Die Hypothese wurde von den Ergebnissen der Studie gest√ľtzt.

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Mehr zum Thema Motivationsforschung finden Sie im Bestand der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek

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Studie zu neuen Therapieansätzen bei Magersucht

29. Oktober 2013 – 00:01 wal (646x aufgerufen)

Ein Apfel, um den ein Maßband gewickelt ist. Der Apfel liegt wiederum auf einer Waage.

Vor kurzem wurde in Deutschland eine Studie veröffentlicht, die als weltweit größte Studie zum Thema Magersucht gilt. Hierzu kooperierten zehn deutsche Kliniken miteinander. Die Forscher wollten untersuchen, inwieweit zwei neue Therapieverfahren wirksamer sind als die herkömmliche Psychotherapie.

Zu Beginn des Versuches wurden die Patienten in drei Gruppen eingeteilt, die jeweils mit unterschiedlichen Therapieverfahren behandelt wurden: herk√∂mmlicher Psychotherapie, kognitiver Verhaltenstherapie und fokaler psychodynamischer Psychotherapie. Die Studie dauerte √ľber einen Zeitraum von 22 Monaten, wobei 10 Monate von der therapeutischen Behandlung eingenommen wurden und 12 Monate von der Nachbehandlung. Zu Ende der Untersuchung wogen die Probanden im Schnitt 3,8 kg mehr, wobei die Patienten, die verhaltenstherapeutisch behandelt wurden, schneller zunahmen. In der fokal psychodynamischen Gruppe konnten auch nach der Nachbehandlung die g√ľnstigsten Gesamtheilungsraten nachgewiesen werden. Die Abbruchrate lag bei einem Drittel.

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B√ľcher zum Thema Magersucht sind in der Saarl√§ndischen Universit√§ts- und Landesbibliothek entleihbar.

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Möglicher Zusammenhang zwischen schlechtem Schlaf und der Bildung von Alzheimer Plaques entdeckt

28. Oktober 2013 – 09:52 wal (1191x aufgerufen)

Gehirnscans

Forscher der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore haben einen m√∂glichen Zusammenhang zwischen schlechtem Schlaf und der Bildung von Alzheimer Plaques entdeckt. Hierzu wurden 70 Scans von Probanden mit Schlafst√∂rungen ( weniger als f√ľnf Stunden Schlaf pro Nacht oder eine berichtete schlechte Schlafqualit√§t) begutachtet. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass bei den Studienteilnehmern vermehrt amyloide Plaques entdeckt werden konnten, obwohl diese nicht an Alzheimer erkrankt waren. Um einen m√∂glichen Zusammenhang zwischen schlechtem Schlaf und der Ausbildung einer Alzheimer-Erkrankung weiter aufzudecken, sind jedoch noch weitere Studien n√∂tig.

 

Plaques: Bei der Alzheimer-Erkrankung häufen sich vermehrt sogenannte Plaques im Gehirn an. Diese bestehen aus Proteinfragmenten, den Beta-amyloiden.

 

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Mehr zum Thema Alzheimererkrankung finden Sie im Literaturbestand der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek

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Bildquelle: ¬© Dieter Sch√ľtz / pixelio.de

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Spruch der Woche

28. Oktober 2013 – 00:01 wal (696x aufgerufen)

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„Bildung ist das, was √ľbrig bleibt, wenn wir vergessen, was wir gelernt haben.“

Edward Frederick Lindley Wood (1881-1959), britischer Politiker
Bildquelle: © Lupo / pixelio.de
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Wenn Nahrungsportionen zu klein eingesch√§tzt werden…

25. Oktober 2013 – 13:03 wal (675x aufgerufen)

 

Schokoladentafeln

Wie genau k√∂nnen Menschen die Menge der zu sich genommenen Nahrungsmittel einsch√§tzen? Dieser Frage widmet sich eine Studie, die von einem Forscherteam der Business school¬† INSEAD in Kooperation mit vielen anderen europ√§ischen Forschungszentren ver√∂ffentlich wurde. In dem Versuch wurden Grundschulkindern Bilder von Tellern gezeigt, die entweder mit Schokoladen- oder Karottenst√ľcken belegt waren. Danach wurde ihnen die genaue Menge der Nahrungsmittel auf dem Teller mitgeteilt. Im weiteren Versuchsablauf sollten die Probanden die Gr√∂√üe der Nahrungsmittelrationen nun selbst√§ndig einsch√§tzen. Dabei zeigte sich, dass die Menge der Nahrungsmittel systematisch untersch√§tzt wurde, je mehr Schokolade oder Karotten auf dem Teller lagen. √Ąhnliche Ergebnisse wurden auch in Versuchen mit Erwachsenen gefunden. Einziger Unterschied: Wussten die Erwachsenen, wie ungesund ein Lebensmittel in Wirklichkeit ist, konnten sie die Rationen viel genauer einsch√§tzen.

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Bildquelle: © birgitH/ pixelio.de

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Wie ein Parkinsonmittel die Behandlung von Angstst√∂rungen ver√§ndern k√∂nnte…

24. Oktober 2013 – 09:06 wal (675x aufgerufen)

Ein Kind sitzt zusammengekauert neben seinem Schulranzen.

Die Behandlung einer sogenannten posttraumatischen Belastungsst√∂rung ist nicht einfach. Einmal daran erkrankt, werden die Patienten oft von Flashbacks und einem Gef√ľhl der Hilflosigkeit √ľbermannt. Normalerweise wird die St√∂rung mit Hilfe einer expositionsbasierten Verhaltenstherapie und angstl√∂senden Medikamenten behandelt. Hierbei wird der Patient regelm√§√üig der be√§ngstigenden Situation ausgesetzt. So soll er lernen, dass nun keine Gefahr mehr von der Situationslage, die der traumatischen Erfahrung √§hnelt, ausgeht. In der Praxis gibt es jedoch Probleme: Oft kann das in der Therapie Gelernte nicht auf den Alltag umgesetzt werden, da die neuen Erfahrungen manchmal zu stark an die Psychotherapie gekoppelt sind und die Patienten in den bedrohlichen Situationen wieder in alte Muster zur√ľckfallen.

Eine L√∂sung f√ľr dieses Problem glauben Forscher des Universit√§tsklinikums Eppendorf gefunden zu haben. In einer Studie wurde bei gesunden Probanden eine Furchtreaktion ausgel√∂st. Danach wurde eine Sicherheitserfahrung erlernt und den Versuchspersonen entweder ein Placebo oder L-Dopa verabreicht. Bei Probanden mit Placebo trat die Angst wieder auf, bei L-Dopa jedoch nicht. In weiteren Untersuchungen wurde nach der Vergabe von L-Dopa im Anschluss an eine Lernerfahrung eine niedrigere Aktivit√§t in der Amygdala gefunden. Dieses Hirnareal ist unter anderem f√ľr die Entstehung und Verarbeitung von Furcht verantwortlich.

Anmerkung: Bei L-Dopa handelt es sich um eine Vorstufe des körpereigenen Neurotransmitters Dopamin. Innerhalb der Behandlung der Parkinsonerkankung findet es regelmäßig Verwendung.

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Mehr zum Thema Posttraumatische Belastungsstörung finden Sie im Literaturbestand der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek

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Bildquelle: © Anne Garti / pixelio.de

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Der Sadist von nebenan

23. Oktober 2013 – 08:57 wal (1126x aufgerufen)

Schatten einer Person an einer Wand

Wer das Wort Sadismus h√∂rt, verbindet es oft mit Sexpraktiken oder im klinisch relevanten Bereich mit Gewaltverbrechen. An den typischen Alltagssadismus – z.B. grundlos Insekten qu√§len oder als Troll in Blogs b√∂se und beleidigende Kommentare posten – daran denken jedoch die wenigsten. Mit genau diesem Thema hat sich nun ein Forscherteam der Universit√§t von British Columbia um Delroy Paulhus besch√§ftigt. Die Forscher postulierten,¬† dass diese Form des Sadismus weit verbreitet und oft ein fester Bestandteil der Pers√∂nlichkeit w√§re. Diese Vermutung wurde mit Hilfe zweier Experimente gest√ľtzt:
In einem ersten Versuch wurden die Probanden vor drei Wahlm√∂glichkeiten gestellt: Sie sollten entweder eine schmutzige Toilette s√§ubern, ihre H√§nde in Eiswasser tauchen oder aber drei Kellerasseln, die mit Hilfe von Namen personalisiert wurden, durch eine Kaffeem√ľhle drehen. Die Tiere wurden bei dem Vorgang nicht verletzt, was die Probanden jedoch nicht wussten. Ergebnis: Die H√§lfte aller Versuchsteilnehmer entschied sich f√ľr das T√∂ten der Tiere, wobei jeder zweite selbst Hand an die Kaffeem√ľhle legte. Diese Probanden erreichten auch hohe Sadismuswerte innerhalb eines Testverfahrens und gaben an, die Tat sogar genossen zu haben.

In einem zweiten Experiment hatten die Versuchsteilnehmer innerhalb eines Spiels die Möglichkeit, den Gegenspieler mit Hilfe eines lauten Geräuschs zu strafen. Der vermeintliche Konkurrent war hierbei jedoch nicht real. Es zeigten sich ähnliche Befunde wie im 1.Experiment.

 

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Bildquelle: © ukw / pixelio.de

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Bachelor in Psychologie und dann…?!

22. Oktober 2013 – 00:01 wal (728x aufgerufen)

Stifte auf einem Schulheft.

Seinen Bachelor machen und dann ab in den Master. Das denken sich viele im Fach Psychologie – vor allem auch deswegen, weil es keinen richtigen Arbeitsmarkt f√ľr Bachelorabsolventen in diesem Fachbereich gibt. Doch einen der begehrten Masterpl√§tze in Deutschland zu ergattern, ist nicht einfach. Im Gegenteil: Die Zahl der Bachelorstudienpl√§tze √ľbersteigt die Zahl der Masterpl√§tze bei Weitem und viele Studenten kommen nicht zum Zug. Auch ein sogenannter Einserschnitt bedeutet noch keine automatische Zulassung zu dem weiterf√ľhrenden Studiengang: Die Numeri Clausi vieler Universit√§ten befinden sich in diesem Jahr im oberen eins Komma Bereich. F√ľr viele Studenten mit einem Zweierschnitt eine ern√ľchternde Feststellung…

 

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Bildquelle: © Henry Klingberg/ pixelio.de

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Spruch der Woche

21. Oktober 2013 – 00:01 wal (910x aufgerufen)

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„Wer √ľberlegt, sucht auch Beweggr√ľnde, nicht zu d√ľrfen.“

 

Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), deutscher Dichter

 

Bildquelle: © Joachim Berga/ pixelio.de

 

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